Art of Eden zum 25. Mal in Krefeld: Gartenparadies mit Ton und Stahl

Kunst in Krefeld : Gartenparadies mit Ton und Stahl

Zum 25. Mal verwandelt die Ausstellung Art of Eden den Botanischen Garten in eine Landschaft, in der Kunstobjekte und Natur harmonisch zusammen wirken. Lichtobjekte, lustige Tiere und weibliche Formen setzen Trends.

Wer bisher annahm, ein Garten habe keine Wände, bemerkt seinen Irrtum schon am Eingang. Christine Möhring hat ihre Keramikobjekte zum Aufhängen kunstvoll in Bäume und Sträucher dekoriert. Zwischen sattem Grün und üppigen Dolden fallen manche erst bei genauem Hinsehen auf. Sie wirken wie Korallen, Seeigel und andere Lebewesen aus dem Meer, die die Krefelderin stark vergrößert mit Ton und Stahl nachgebildet hat, um auf ihre sonst verborgene Schönheit hinzuweisen. Die harmonische Verbindung von Kunst, Handwerk und Natur ist das Konzept der „Art of Eden“. Zum 25. Mal verwandelt die Ausstellung an diesem Wochenende den Botanischen Garten in einen Erlebnispark. „Auch die Pflanzen sieht man durch die Kunstobjekte ganz anders“, sagt Birgit Loy, Leiterin des Botanischen Gartens.

43 Künstler und Kunsthandwerker aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland präsentieren wetterfeste Objekte für den Außenbereich. „Art of Eden ist ein Selbstläufer geworden“, sagt Irina Hölscher, die das Frühlingserwachen der Gartenkunst seit 25 Jahren organisiert. Sie erinnert sich an die Anfänge 1992. Sie hatte gerade ihr Diplom als Designerin an der Hochschule Niederrhein gemacht (damals noch FH), geheiratet, eine „Ruine“ gekauft und teilte sich eine Werkstatt mit Kommilitoninnen. Um ihre Keramiken für den Außenbereich wirkungsvoll vorzustellen, fragte sie vorsichtig im Botanischen Garten nach, ob man nicht dort ausstellen könne. Sie stieß auf Gegenliebe: 1994 startete Art of Eden mit 16 Designern aus Krefeld und Umgebung – darunter Max Müller, der gestern beerdigt wurde. Auch Christine Möhring war eine der ersten Eden-Artisten.

Nicht nur die Veranstaltung ist gewachsen, auch der Garten hat sich verändert. „Es ist ein Stadtgarten, kein reiner Lehrgarten. Deshalb ist es wichtig, dass er auch schön ist“, sagt Loy. Und nach den frühsommerlichen Temperaturen der vergangenen Wochen gibt es jede Menge Farbtupfer. Der Blauregen leuchtet, als gebe er sich Mühe, zu den witzigen Skulpturen der Niederländerin Gerdi Zwaan zu passen. Kulleräugige Fische und wohlgerundete Frauenkörper, auf deren Rückseite sich ein Schmetterling niederlässt. Humor wird groß geschrieben. Die bilderbuchfarbenen Keramiktiere von Susanne Schröder werden bei jedem Kunstmarkt als „Gute-Laune-Vögel“, identifiziert, die fülligen, „Nana“-inspirierten Weibsbilder von Renate Popp und die schlanken, im Sonnenlicht feurig funkelnden Damen, die Jutta Vogelsberger aus Beton und Glasmosaik kreiert, haben Wiedererkennungswert. Und einen genauen Blick verdienen die Heuschrecken, Frösche, Vögelchen aus Bronze, die Eckhard Wähning an grashalmähnlichen Stäben anbringt, damit sie mit jedem Windhauch mitschwingen. Sogar Elefanten trotzen der Schwerkraft. Fast philosophisch hat er die Energie des Golfers beim Abschlag in Bronze gegossen.

An Niki de Saint Phalles „Nanas“ erinnert  Renate Popp mit ihren wohlbeleibten, farbenfrohen Frauenfiguren, die sie aus Gips und Beton erschafft – absolut wetterfest. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Licht und Schatten spielen auf das schönste auch bei den Glas- und Natursteinarbeiten von Doc Davids. Er hat einen Platz nah am Eingang: „Die Sonne steht immer hinter dem Glas, dieser Platz ist toll“, sagt er.

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