Krefeld: Arndt will Talentschule werden

Krefeld: Arndt will Talentschule werden

Das Ziel ist, eine von landesweit 30 Talentschulen in Krefeld zu etablieren. Es wäre neben der "Nachbarschaft Samtweberei" das zweite, große Stadtteilprojekt in der Stadt.

Das Arndt möchte eine von 30 Talentschule in NRW werden. Das bekräftigte Schulleiter Hans-Jörg Richter anlässlich eines Besuchs von Staatssekretär Mathias Richter aus dem Schulministerium des Landes. Nach Jahren zurückgehender Schülerzahlen und mit Auslaufen des Fichte-Gymnasiums will sich das Innenstadtgymnasium neu aufstellen. "Für unsere Schule ist es deswegen ein sehr interessantes Projekt", betonte der Schulleiter.

Talentschulen sind das Leuchtturmprojekt der Landesregierung und Teil des Koalitionsvertrages von CDU und FDP. Sie sollen eine "exzellente Ausstattung und modernste digitale Infrastruktur" bekommen und in "Stadtteilen mit den größten sozialen Herausforderungen" eingerichtet werden.

Talentschulen, betonte Staatssekretär Richter, seien keine Schulen für besonders leistungsstarke Schüler. "Es geht um den Versuch, Gelingensbedingungen für Aufstieg durch Bildung zu erproben." Zusätzlich solle dadurch das gesamte Viertel aufgewertet werden. So werden Talentschulen eng mit Vereinen, Stiftungen im Bildungssektor, Ehrenamtlern und Mitarbeitern der Jugendhilfe zusammenarbeiten. Auch aus dieser Sicht wäre das "neue" Arndt eine gute Wahl und würde einem anderen Krefelder Modellprojekt folgen: Unweit von Fichte und Arndt versucht die "Nachbarschaft Samtweberei" seit 2014 erfolgreich, das Quartier rund um die Lewerentzstraße aufzuwerten.

Wie genau eine Talentschule aufgebaut sein wird, steht derzeit noch nicht fest. Allerdings wird das Projekt begleitet von einer Experten-Gruppe, die die Ergebnisse sichert und auswertet. Das Ziel jedenfalls ist ambitioniert, wie Staatssekretär Richter erklärte: "Aus dem Projekt kann man Lehren ziehen, um aus jeder Schule in NRW eine Talentschule zu machen".

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Bei seinem Besuch sprach Staatssekretär Richter auch Problembereiche an wie beispielsweise Lehrkräftemangel oder Digitalisierung und tauschte sich im Anschluss im privaten Rahmen mit 35 Krefelder Schulleitern aus. Regelmäßig sucht Richter den Kontakt zu Schulvertretern. Diesmal war es ein willkommener Anlass für Verwaltung und Schule, auf das Krefelder Interesse an dem Vorhaben aufmerksam zu machen.

"Als der Oberbürgermeister von diesem Projekt erfahren hat, hat er sofort signalisiert, als Stadt am Programm teilnehmen zu wollen", sagte Beigeordneter a.D. Gregor Micus, der in Vertretung des Oberbürgermeisters an der Begegnung mit Richter teilnahm. Das Arndt ist aus Sicht der Stadt wegen der sozialen Struktur der Krefelder Innenstadt besonders qualifiziert. So werden Schwerpunkte des neu entstehenden Innenstadtgymnasiums Inklusion und Integration sein.

Ob die Bewerbungen von den Städten ausgehen oder von den Schulen selbst, ist von Ministeriumsseite aus noch nicht geklärt. Die Stadt Krefeld hatte sich frühzeitig ins Gespräch gebracht und wird sich beteiligen, sobald der genaue Bewerbungsablauf feststeht.

Das Aus für das Fichte-Gymnasium war vor fast genau einem Jahr im Schulausschuss besiegelt worden, nachdem das Gymnasium zwei Jahre hintereinander zu wenig Anmeldungen aufgewiesen hatte. Der Beschluss war damit unumgänglich.

(RP)