Krefeld: Arndt ist gerettet - Gymnasien gewinnen dazu

Krefeld : Arndt ist gerettet - Gymnasien gewinnen dazu

So bitter der Schließungsbeschluss des Fichte-Gymnasiums war: Die Anmelde-Zahlen zeigen, dass sich die Schullandschaft arrondiert. Das Arndt stabilisiert sich - es stand wie das Fichte auf der Kippe.

Gewinner der diesjährigen Anmeldungen an weiterführenden Schulen sind die Gymnasien - Verlierer gibt es eigentlich nicht. Real- und Gesamtschulen müssen leichte Verluste hinnehmen, die aber wenig signifikant sind. Unterm Strich bleiben die beiden Schulformen des alten dreigliedrigen Systems - Realschule und Gymnasium - relativ stabil nachgefragt. An den städtischen Gymnasien haben sich 731 Schüler angemeldet - im vergangenen Jahr waren es 683. Die neuen Zahlen wurden in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses bekanntgegeben.

Den Gymnasien hat offensichtlich der Schließungsbeschluss des Fichte genutzt - die Schule läuft bekanntlich aus und nimmt keine neuen Schüler mehr an. Vor allem am Arndt kann man aufatmen. Die Schule schien genauso in ihrer Existenz bedroht wie das Fichte; im vergangenen Jahr hatte das Arndt nur 57 Anmeldungen und damit zum dritten Mal in Folge Verluste hinnehmen müssen (2016: 68; 2015: 73 Anmeldungen). Das Gesamtbild, das Fichte und Arndt boten, war verheerend: Beide Innenstadtschulen schienen drastisch an Zuspruch zu verlieren. Nun die Wende: 100 Anmeldungen am Arndt. Heißt: Es gibt in der Elternschaft keine grundsätzliche Skepsis gegen einem Innenstadtgymnasium, die Verluste waren wohl der Unsicherheit über die Zukunft beider Schulen geschuldet.

Aufatmen kann man auch am Ricarda-Huch-Gymnasium: Die Schule hatte 2016 einen Einbruch hinnehmen müssen - nur 45 Anmeldungen. Durch die Schule ging ein Ruck, das Profil wurde geschärft, eine Schulbibliothek eingerichtet, eine Theater-AG gegründet und schulübergreifende historische Veranstaltungen ausgerichtet. Die Botschaft kam an, 2017 ging die Zahl der Anmeldungen hoch auf 88, in diesem Jahr sogar auf 116. Der Einbruch von 2016 ist geheilt.

Bedenklich ist der Abwärtstrend am Horkesgath mit 70 Anmeldungen nach 75 im vergangenen Jahr und 84 in 2016. Die Uerdinger Gymnasien am Stadtpark und Fabritianum weisen Steigerungen auf; das "Fabriz" hat mit 135 Anmeldungen sogar den höchsten Wert der städtischen Gymnasien und nimmt nur 126 Schüler auf. Die Gründung der Gesamtschule Uerdingen hat den Oberstufen an den Gymnasien also nicht geschadet - diese Befürchtung war durchaus zu hören. Bei den Realschulen gehen die Zahlen leicht nach unten: 2016 gab es 336 Anmeldungen, 2017 noch 306 und in diesem Jahr 293. Ob das ein Trend weg von der Realschule ist, gehört zu den spannenden Fragen der Zukunft. Entscheidend ist, ob die Eltern weiterhin daran glauben, dass Schüler, die nicht eindeutig bis knapp gymnasialtauglich sind, an Realschulen eine solide ausbildungsvorbereitende Schulbildung bekommen. Insgesamt wurden 1674 Anmeldungen an Krefelds Schulen angenommen. Wie die Stadt erläuterte, hatten die Eltern die Möglichkeit, neben einem Erstwunsch auch weitere Wünsche anzugeben - für den Fall, dass Schüler an einer Schule abgewiesen werden. Schulaufsicht und Schulleitungen haben sich auf Aufnahmekapazitäten geeinigt. Somit stehen an Kurt-Tucholsky-Gesamtschule, Albert-Schweitzer-Realschule, Realschule Horkesgath, Arndt-Gymnasium, Gymnasium am Moltkeplatz, Maria-Sibylla-Merian-Gymnasium, Gymnasium Horkesgath und Gymnasium am Stadtpark Uerdingen noch freie Plätze in den Klassen 5 zur Verfügung. Sofern in Einzelfällen in den bisherigen Koordinierungsrunden weder der Erstwunsch noch weitere Wünsche erfüllt werden konnten oder von den Eltern kein Zweitwunsch angegeben wurde, erhalten die Eltern in den kommenden Tagen die Aufforderung, sich bei einer dieser noch aufnahmefähigen Schulen nachzumelden.

(RP)