1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

Aqua-Yoga: Entspannung im Wasser

Yoga in Krefeld : Aqua-Yoga: Entspannung im Wasser

Maya Kerpenisan bietet eine seltene Form von Entspannungsübungen an: Aqua-Yoga. Besonders Schwangere könnten davon profitieren, meint sie: „Übungen, die an Land unmöglich sind, gelingen im Wasser mit Leichtigkeit.“

An zehn Sonntagen im Jahr 2020 gibt es in Krefeld die Möglichkeit, in nahezu körperwarmem Wasser Yoga zu machen. „Übungen, die an Land unmöglich sind, gelingen im Wasser mit Leichtigkeit“, erklärt Maya Kerpenisan. Dadurch sei Aquayoga für Jeden vom Anfänger bis zum Yogaprofi geeignet. Es bietet in Gruppen von acht bis zehn Teilnehmern tiefgreifende Entspannungsmöglichkeiten für Menschen mit körperlichen Einschränkungen, nach Sportverletzungen, bei chronischen Krankheiten oder bei dem Gefühl von Überlastung oder drohendem Burnout. „Yoga in warmem Wasser, das ist meines Wissens einzigartig in Deutschland“, erläutert die Diplompsychologin.

Die Erklärung dafür, dass Aquayoga nur in Krefeld angeboten wird und dies auch nur an wenigen Terminen im Jahr möglich ist, liegt in der Komplexität der Bedingungen begründet. Maya Kerpenisan hat jahrelang nach einem passenden Bad gesucht, das die Vielzahl der Voraussetzungen realisieren kann und auch möchte. Beckengröße, Wasser- und Lufttemperatur, all das muss genau stimmen. Ein Schwimmbecken mit Olympiaausmaßen kommt nicht in Frage, denn es ließe sich aufgrund der Kosten nicht auf 35 Grad aufheizen. Das ideale Becken darf aber auch nicht zu klein sein; die Teilnehmer sollen genug Platz für ihre Übungen haben. Außerdem ist es erforderlich, dass die Teilnehmer im Becken bequem stehen können, zwischen 1,20 und 1,30 Meter ist perfekt.

Auch die Wassertemperatur spielt eine wichtige Rolle bei dieser Art von Yoga. Das umgebende Wasser soll unbedingt nahezu die Temperatur von Fruchtwasser haben, um eine besondere Geborgenheit zu erzeugen; so dass die Teilnehmer irgendwann keinen Unterschied mehr zwischen Haut und Wasser spüren sollen. Wenn nun aber die Umgebungstemperatur auch so warm wäre, wäre das zu anstrengend für den Körper. Sie darf aber auch nicht zu kühl sein, denn dann frieren die Teilnehmer an Schultern und Armen und es kann keine wirkliche Entspannung entstehen.

Kerpenisan hat 2013 die Ausbildung zum Aqua Yoga Instruktor absolviert und ist Mitglied im weltweiten Aquayogaverband. Sie ist so fest von den positiven Effekten ihrer Arbeit überzeugt, dass sie Wasseryoga auch für Schwangere anbietet, damit, wie sie sagt, „die Babys innere Sicherheit aufbauen“ und die „emotionale Intelligenz“ des Babys gefördert wird. So mancher mag sich fragen, wie dies wohl funktioniert.

„Es gibt eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen, die nachgewiesen haben, dass jedes Gefühl der Mutter sich auf das Baby überträgt,“ erläutert Kerpenisan, die mehrere Fortbildungen zur Prä- und Perinatalpsychologin unter anderem über die ISPPM (International Society for pre- and postnatal Psychology and Medicine) besucht hat. „Die Reduzierung von Stress durch das warme Wasser lässt sich ganz konkret am Muskeltonus messen. Die Schwangeren merken, dass der Bauch weicher wird, dass sie besser atmen können und sich das Wohlbefinden steigert.“ Auch in Hebammenpraxen wird immer wieder auf die Aquayogakurse verwiesen, daher sind diese Kurse sehr schnell ausgebucht. „Eine Teilnehmerin ist jetzt schon in ihrer dritten Schwangerschaft begeistert dabei“, berichtet die engagierte Kursleiterin.

Als logische Konsequenz nach den Schwangerschaftsworkshops können junge Mütter und Väter anschließend mit ihren Babys im Sinne dieser Entspannung – oder „Eutonus“ bzw. Wohlspannung“, wie Kerpenisan bevorzugt – weitere Workshops besuchen. In diesen privaten „Baby-Flow“ Einzelstunden sollen Eltern mit ihren Neugeborenen ab der sechsten Woche bindungsfördernde Erfahrungen machen, indem sie gemeinsam das positive Element Wasser erleben.