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AOK zeigt in Krefeld Musterwohnung für Demenzkranke

Beratung in Krefeld : AOK zeigt Musterwohnung für Demenzkranke

Mit einer mobilen Musterwohnung für Demenzerkrankte zeigen Experten der Gesundheitskasse AOK in Krefeld, wie Betroffene in heimischer Umgebung weiter leben können. Mit vielen guten Tipps und Tricks machen sie den Alltag für Kranke und Angehörige angenehmer.

Demenz ist eine Erkrankung, die immer weiter um sich greift. In Deutschland sind mittlerweile rund 1,6 Millionen vorwiegend ältere Menschen davon direkt betroffen. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form der Demenz und eine unheilbare Störung des Gehirns. Durch das Absterben von Nervenzellen im Gehirn werden Menschen mit Alzheimer zunehmend vergesslich, verwirrt und orientierungslos. Auch die Persönlichkeit und das Verhalten ändern sich im Verlauf der Erkrankung. Viele Patienten werden unruhig, aggressiv oder depressiv. Das Urteilsvermögen und die Sprachfähigkeit lassen nach.

Von der Krankheit betroffen sind auch die Angehörigen und Freunde. An sie richtet sich ein Angebot der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) Rheinland/Hamburg in Krefeld an der Friedrichstraße. Dort ist ab Dienstag, 19. Oktober, eine mobile Musterwohnung zu sehen, in der an Demenz erkrankte Menschen mit vielen kleinen Tricks in die Lage versetzt werden, möglichst lange in ihrem gewohnten Umfeld, in ihrem Zuhause wohnen zu bleiben.

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„Demenz ist kein Tabuthema mehr und es betrifft mittlerweile auch zunehmend Jüngere“, sagte Regionaldirektorin Marion Schröder am Montag bei der Eröffnung der Ausstellung. Ungewollt dazu beigetragen hat die einer breiten Öffentlichkeit sichtbar gewordene Erkrankung des früheren Fußball-Managers Rudi Assauer vom FC Schalke 04. Der schlagfertige und gewitzte Fachmann erkannte seine langjährigen Weggefährten nicht mehr. Inzwischen gibt es eine Rudi Assauer gemeinnützige Initiative Demenz und Gesellschaft (GID) GmbH, die die Finanzierung der mobilen Musterwohnung der AOK mit einem Preisgeld ermöglicht habe, informierte Stefanie Froitzheim, Leiterin der AOK-Servicestelle Demenz, gestern.

 Auch in der Diele sollten die richtigen Schlüsselreize gesetzt werden.
Auch in der Diele sollten die richtigen Schlüsselreize gesetzt werden. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Heike Bayer, die neue Chefin im Krefelder AOK-Haus, freut sich, dass die mobile Musterwohnung ihren Tourstart in der Seidenstadt macht. Um Menschen mit einer demenziellen Erkrankung noch besser unterstützen zu können, stellt die AOK Rheinland/Hamburg die mobile Version  in mehreren Regionen vor.

 Ein Schaukelstuhl kann bei ausgeprägtem Bewegungsdrang helfen.
Ein Schaukelstuhl kann bei ausgeprägtem Bewegungsdrang helfen. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Seit nunmehr zwölf Jahren steht die Servicestelle Demenz als zentrale Einheit für die professionelle und einfühlsame Beratung von Angehörigen demenziell veränderter Menschen und für die Begleitung durch den Versorgungsprozess. Der Wunsch der Betroffenen, möglichst lange im eigenen Wohnumfeld verbleiben zu können, ist hierbei von besonderer Bedeutung. Aus diesem Grund wurde bereits 2017 mit der begehbaren „Musterwohnung Demenz“ in den Räumlichkeiten der Servicestelle in Jülich ein in dieser Form einzigartiges, lebensweltorientiertes Beratungs- und Schulungsangebot geschaffen. 

„Mit Hilfe der mobilen AOK-Musterwohnung möchten wir Betroffene beraten und ihnen aufzeigen, wie ein dementer Mensch durch kleine Tipps und nicht kostenintensive Hilfen möglichst lange in seiner vertrauten Umgebung wohnen kann“, erläutert Stefanie Froitzheim. „Menschen mit Demenz benötigen Orientierung und Sicherheit. Mit der Ausstellung zeigen wir, wie man den Wohnraum sicher und hilfreich gestalten kann. Oft sind es Kleinigkeiten wie Symbolaufkleber oder Farbkontraste, die demenziell beeinträchtigten Menschen Unterstützung im Alltag geben.“

„Es ist wichtig, dass für den Umgang mit Demenz weiterhin sensibilisiert wird. Wir freuen uns daher sehr, dass die Musterwohnung Demenz erstmals auch in der Regionaldirektion Niederrhein ausgestellt wird. Dieses besondere Angebot können betroffene Familien nutzen und sich beraten lassen, um erkrankten Menschen ein sicheres und demenzfreundliches Wohnumfeld zu schaffen,“ sagt Marion Schröder, Regionaldirektorin der AOK Rheinland/Hamburg in Krefeld.

Die Ideen und Vorschläge sind vielfältig. So könnten zum Beispiel Minifotos der Angehörigen auf den Kurzwahltasten eines Telefons das lästige und mitunter unlösbare Wählen der Rufnummer ersetzen.