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Antje Schomaker singt mit Revolverheld und plant 2019 neues Album

Sängerin Antje Schomaker : Rendezvous mit Revolverheld

Antje Schomaker sang 2018 einen Song mit Revolverheld und wurde schlagartig berühmt. Jetzt plant die 26-Jährige, die in Krefeld zur Schule ging, ein neues Album.

Wenn es einen Song gab, an dem Fans von deutscher Popmusik in den vergangenen Monaten nicht vorbei kamen, war es „Liebe auf Distanz“. Mehr als drei Millionen Klicks auf Youtube hat der Song von Revolverheld, den die Erfolgsband zusammen mit der Newcomer-Sängerin Antje Schomaker aufgenommen hat, im Radio lief das Lied wochelang rauf und runter und wurde Ende des Jahres auf den großen deutschen Bühnen gespielt.

Einen kleinen Anteil am Erfolg hat wohl auch Krefeld. Hier fand die heute 26-jährige Antje Schomaker an der Waldorfschule in Musiklehrer Thomas Fischer einen ihrer ersten kreativen Förderer und sang am Kresch-Theater. Dort wurde sie später von einem Hamburger Produzenten entdeckt, studierte Musikwissenschaften. Und dann begann der Erfolg. „Ich habe nie explizit gesucht, sondern alles auf mich zukommen lassen“, sagt sie.

Ihr erstes Album „Von Helden und Halunken“ ist im Februar vergangenen Jahres erschienen, 2016 war sie mit Bosse auf Tour, in ihrer neuen Heimat Hamburg spielt sie in ausverkauften Kneipen und im Frühjahr folgt nun das nächste Album mit anschließender Tour quer durch die Republik. Vielleicht werden dann wie im vergangenen Jahr alte Freunde von der Krefelder Schule kommen, die sich mit ihr freuen. Schließlich ist Schomaker, gebürtig aus Rheurdt, auch am Niederrhein ein bekanntes Gesicht. Als Tochter eines Biobäckers stand sie schon als junges Mädchen hinter dem Tresen des Familienbetriebs, bekam von einer befreundeten Familie Klavierunterricht und lernte das Fagott kennen und spielen.

„Ich habe nie viel geübt und immer nur die Dinge gespielt, die mir Spaß gemacht haben“, gibt Schomaker lachend zu. „Mein Musiklehrer hat es mir nachgesehen und mich sehr gefördert. Nebenbei habe ich auch immer gesungen, es aber nie wirklich ernst genommen.“ Als Teenagerin schauspielert sie. Als sie in einem Stück eine Singrolle hat, wird ein Musikproduzent auf ihr Talent aufmerksam. „Er wurde zu meinem Mentor. 2009 habe ich ein Praktikum bei ihm in Hamburg absolviert“, sagt Schomaker.

Antje Schomaker möchte unbedingt Musik machen, und um das zu finanzieren, hat sie vier Nebenjobs. Songtexte produziert sie wie Tagebucheinträge, immer wieder schreibt sie Gedanken und Situationen nieder. „Mit meinem Produzenten habe ich, seit ich in Hamburg bin, an meinem Gesang gearbeitet, habe meine Gitarren-Skills verbessert und bin aufgetreten“, erzählt Schomaker. Und immer wieder habe sie die richtigen Leute getroffen, ihre Manager Robin Karow und Kilian Reischl schon auf der Abifahrt nach Mallorca, ihre Band nach dem Poetry Slam in Hamburg.

Der Weg zum Erfolg dauerte bei Schomaker vielleicht etwas länger, als bei anderen, aber das stört sie nicht – im Gegenteil: „Alles hat sich langsamer ergeben, aber es fühlt sich richtig an“, sagt sie. An einer Casting-Show teilzunehmen, kam für sie deshalb nie in Frage: „Ich bin nicht auf den schnellen Erfolg aus. Lieber entwickle ich mich langsam und kann meine eigenen Ideen umsetzen, als an einen Sender gebunden zu sein. Für manche funktioniert das sicher, aber für mich nicht.“ Schließlich sei sie nach Hamburg gegangen, um sich musikalisch zu entfalten.

Antje Schomaker lebt zwar gerne in der Hansestadt, doch immer wenn sie an den Niederrhein zurückkehrt, an Krefeld und die Jugend zurückdenkt, erfüllt sie ein Gefühl von Glück. „Es ist schön, nach Hause zu kommen. Nur, wenn man weggeht, ist das keine Selbstverständlichkeit mehr“, sagt sie. Manchmal denkt sie an ihre Kindheit: Wie sie mit dem Fahrrad die Straße hinunter braust, wie sie in der Bäckerei verstecken spielt oder mit dem Hund am Teich spazieren geht. „Es war ein Glück, hier aufzuwachsen.“