Krefeld: Anspruchsvoller Genuss: Dionysiuschor glänzt

Krefeld : Anspruchsvoller Genuss: Dionysiuschor glänzt

Das französische Programm forderte und begeisterte.

Juwelen der geistlichen Musik aus Frankreich hatte Andreas Cavelius seinem Vokalensemble St. Dionysius aufs Pult gelegt für das Konzert in St. Dionysius. Es wurde besonders für die hohen Stimmgruppen eine echte Aufgabe.

Man begann mit Motetten von Henri Carol. Sehr hoch, aber wunderbar sauber und feierlich gelang das "Salve Regina". Fließender und mit mehr Gewicht auch der tieferen Stimmgruppen klang das "Ave verum corpus natum", beeindruckend im dramatischen Aufbau das "Sub tuum praesidium". Olivier Messiaens einziges a-capella-Chorwerk "O sacrum convivium" verlangte ebenfalls besondere Qualität von den hohen Stimmen, die zwar punktueller, aber nicht minder extrem gefordert wurden. Umgeben wurden sie von einer musikalisch düsteren Atmosphäre, die für eine Begleitmusik zur Kommunion erstaunt. Der souveräne Vortrag erzielte herzlichen Applaus. Man hätte sich allerdings mehr Publikum gewünscht, schon um den Hall-Effekt der Raumakustik ein wenig zu dämpfen.

Keinen Schaden indes tat dieser dem Klang der Klais-Orgel, an der Cavelius César Francks Choral in E-Dur zelebrierte. Zunächst relativ sparsam registriert und beinah gefällig, hatte er auch wuchtige Parts, und Cavelius brillierte mit konzentriertem und emotional berührendem Vortrag. Nach Motetten von Francis Poulenc wandte sich das Vokalensemble dessen Messe in G-Dur zu, einem der schwierigsten Werke der instrumental unbegleiteten Chor-Literatur. Hoch intellektuell, rhythmisch voller Schikanen und melodisch anfangs schwungvoll-heiter, stellenweise opernhaft und mitunter furchterregend, stellte es Chor und Zuhörer immer wieder vor Unverhofftes. Im Gloria kamen sogar die männlichen Tieftöner in ihrer ganzen Reife zur Geltung.

(MoMe)
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