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Angriff auf Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes

Schwere Übergriffe im Fischelner Stadtpark : Städtische KOD-Mitarbeiter durch Tritte und Schläge verletzt

Drei Kontrolleure sind beim nächtlichen Einsatz wegen Ruhestörung im Fischelner Stadtpark verletzt worden. Die Polizei konnte den Angriff beenden.

Drei Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) sind bei einem Einsatz im Fischelner Stadtpark von einer 15-köpfigen Gruppe attackiert und verletzt worden. Die Einsatzkräfte setzten sich unter anderem mit Pfefferspray zur Wehr. „Die Kollegen wurden mit Tritten und Schlägen traktiert, sie erlitten unter anderem Verletzungen im Gesicht“, erklärte Stadtsprecher Manuel Kölker gestern auf Nachfrage. Erst die Polizei konnte die Situation entschärfen. „Wir waren mit einem Wagen vor Ort“, bestätigte Polizeisprecherin Karin Kretzer. Es habe sich um aggressive betrunkene Ruhestörer gehandelt. Kretzer: „Wir haben drei Personen aus der Gruppe mitgenommen.“

Wie die Verwaltung gestern mitteilte, sei der Vorfall bereits am 19. August geschehen, aber „erst jetzt in seiner Dimension“ bekannt geworden. Nach Auskunft der Behörde rückten die Mitarbeiter an besagtem Morgen gegen ein Uhr wegen einer Ruhestörung im Fischelner Stadtpark aus, nachdem Anwohner sie zuvor informiert hatten. Vor Ort traf das KOD-Team rund 15 Personen an, die zur Ruhe ermahnt wurden. „Dieser Aufforderung kamen sie jedoch nicht nach“, so die Stadtverwaltung in einer Stellungnahme. „Trotz deeskalierender Ansprache wurden einige Personen zunehmend so aggressiv, dass die KOD-Mitarbeiter aus Gründen des Selbstschutzes zum Pfefferspray greifen mussten.“ Bei der Auseinandersetzung wurden drei Kräfte des KOD durch Tritte und Schläge verletzt, sie mussten sich in ärztliche Behandlung begeben. Entsprechende Strafanzeigen wurden gegen die Verursacher gestellt. Mit Hilfe der Polizei konnte die Situation schließlich beruhigt und die Lärmbelästigung unterbunden werden. Warum der Vorfall rund eine Woche bei der Verwaltung unter Verschluss gehalten wurde, teilte die Stadt nicht mit. „Die CDU-Ratsfraktion hofft auf eine schnell und baldige Genesung der Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes. Gewalt gegen Rettungs- und Ordnungskräfte ist ein Angriff auf die gesamte Stadtgesellschaft, was keinesfalls hinnehmbar ist. Wir setzen auf eine umfassende Aufklärung des Falles und auf eine entsprechende Aufarbeitung. Wir gehen davon aus, dass die Stadtverwaltung hier mit der Polizei zusammenwirkt. Im Fachausschuss werden wir um weitere Informationen bitten, insbesondere ob die Mitarbeiter des KOD ausreichend für einen notwendigen Selbstschutz ausgebildet sind“, so Walter Fasbender, CDU-Ratsherr und Sprecher im zuständigen Ausschuss für Verwaltung, Vergabe, Ordnung und Sicherheit.

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Die Einrichtung eines Kommunalen Ordnungsdienstes in Krefeld wurde am 4. Mai 1995 auf Initiative des damaligen Oberbürgermeisters Dieter Pützhofen im Stadtrat beschlossen. Im April 1996 nahm der KOD seinen Dienst mit zunächst fünf Mitarbeitern auf. Damit war der Ordnungsdienst in der Seidenstadt deutschlandweit der erste seiner Art.

Seit März 2018 sind drei Mitarbeiterinnen und 14 Mitarbeiter des KOD im Stadtgebiet unterwegs. Im Vorjahr habe ein regelmäßiger Streifendienst aufgrund der Personalstärke nicht immer gewährleistet werden können, so die Verwaltung. Dies habe zu Nachfragen und Kritik aus Bürgerschaft und Politik geführt. Außerdem gab’s für das Team, das zum Bereich des Ordnungsamts gehört, zwei neue deutlich markierte Dienstfahrzeuge, die gewährleisten sollen, dass der KOD noch flexibler auf Situationen im ganzen Stadtgebiet eingehen kann. Nicht nur tagsüber sind die KOD-Mitarbeiter im Einsatz. „Von April bis September ist die Dienstzeit montags bis freitags von 7.30 bis 24 Uhr, samstags von 10 bis 17.30 Uhr sowie von 19.30 Uhr bis 3 Uhr morgens“, erklärte Stadtsprecher Kölker.

Neben seinen Kontrollen vor Ort setzt der KOD auf das unmittelbare Gespräch mit dem Bürger. Eine entsprechende Dialogreihe wurde Mitte des Jahres erfolgreich gestartet und wird fortgesetzt. „Die Erfahrungen bei der Auftaktveranstaltung sowie die Resonanz aus der Bürgerschaft haben gezeigt, dass ein Bedarf für diesen Kontakt besteht, so ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes. Zudem werden Anliegen über die E-Mail KOD@krefeld.de oder unter der Rufnummer 02151 862225 aufgenommen.