Krefeld: Anfassen erlaubt - zu Abschreckungszwecken

Krefeld: Anfassen erlaubt - zu Abschreckungszwecken

Nicht anfassen, heißt ein ehernes Gesetz in den Museen. Warum das so ist, zeigt das Deutsche Textilmuseum zurzeit mit einem anschaulichen Experiment: Vor dem Ausstellungsraum ist eine Mütze mit einem Kunstfell-Bommel aufgebaut. Besucher werden aufgefordert, ihn zu berühren. Daneben gibt es ein identisches Exemplar, das durch eine Glasvitrine vor Besucherhänden geschützt ist. "Wir wollen dokumentieren, wie schnell sich Textilien durch Anfassen verändern", sagt Museumsleiterin Annette Schieck.

"In unseren Ausstellungen greifen Besucher immer wieder nach den Stoffen. Dadurch werden unsere Exponate nach und nach beschädigt." Verbote und Hinweise der Aufsichtskräfte würden oft nicht ernst genommen. Die Idee zum Experiment hatte Museumsrestauratorin Claudia Vollmuth. Ein Zähler an den Objekten hält jede Berührung fest. 350 sind es bisher, und eine Veränderung ist bereits sichtbar.

(ped)