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Krefeld: Amtsleiter: Bis zu 250 Radwege sind sanierungsbedürftig

Krefeld : Amtsleiter: Bis zu 250 Radwege sind sanierungsbedürftig

Krefelds Tiefbauamtsleiter Hartmut Könner hat gestern wegen des dramatischen Zustands der Krefelder Radwege Alarm geschlagen: 200 bis 250 Radwegstrecken seien in Krefeld in einem sanierungsbedürftigen Zustand, räumte er ein. Jährlich ließe der Etat des Tiefbauamtes allerdings nur die Sanierung von ein bis zwei Radwegen zu.

Unsere Zeitung hatte gestern exklusiv über die Krefelder Zahlen aus dem neuen "Fahrradklimatest" des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) berichtet. Die 140 befragten Radfahrer benoten Krefeld dramatisch schlechter als noch vor zehn Jahren — insbesondere der Zustand der Radwege wird moniert. "Das Thema Radwege macht mir große Sorge", sagte er. "Wir sind fahrradfreundliche Stadt, aber haben nur 100 000 Euro für die Radwege pro Jahr zur Verfügung." Das reiche derzeit nur, um Gefahren zu beseitigen, für Sanierungen sei aber kein Geld da. "Ab 2015 wird hoffentlich wieder großflächiger saniert", sagte Könner am Rande der Pressekonferenz zur Kinderunfallbilanz. Der ADFC ist in die Detailanalyse der Krefelder Zahlen eingestiegen und hat Krefeld mit den Ergebnissen des Umlandes verglichen. Demnach landet Krefeld weit hinter Kempen und Moers, aber vor dem Schlusslicht Mönchengladbach.

ADFC-Vorsitzender Andreas Domanski sagte mit Blick auf diese Ergebnisse: "Das Image von Krefeld ist stark angekratzt. Das war bei den knappen Haushaltsmitteln für die Unterhaltung des umfangreichen, aber veralteten Radverkehrsnetzes kaum anders zu erwarten. Um das Prädikat Fahrradfreundlich nicht ganz zu verlieren, müssen Politik und Verwaltung an einem Strang ziehen und eine Verkehrswende einleiten." Er sieht finanziell Nachholbedarf: Während der Radverkehrsanteil in Krefeld klar im zweistelligen Prozentbereich liegt, werden für Radverkehrsmaßnahmen nur Promillebeträge des Verkehrsetats aufgewendet. Nach Empfehlungen von Experten sind jährlich drei Euro pro Einwohner für die Unterhaltung von Radverkehrsanlagen einzuplanen. Das wären in Krefeld ungefähr 750 000 Euro. Tatsächlich sind gerade mal 200 000 Euro für den Doppelhaushalt 2013 / 2014 bewilligt.

(sep)