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Amprion erklärt Bau neuer Freileitungen in Krefeld-Gellep

Energiewende in Krefeld : Amprion erklärt Bau neuer Freileitungen in Gellep

Mit dem Neubau der 380-kV-Anbindung der Umspannanlage Gellep will Amprion die zukünftige Versorgung des nachgelagerten 110-kV-Netzes sowie mehrerer großer Industriebetriebe im westlichen Rheinland sichern.

Der Netzbetreiber Amprion bietet zwei Sprechstunden an, um die Unterlagen zur geplanten Anbindung der Umspannanlage Gellep an das Höchstspannungsnetz zu erläutern. In Einzelgesprächen haben Bürger die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Die Termine für 30-minütige Gespräche finden aufgrund der Corona-Pandemie ausschließlich online oder telefonisch statt. Sie können unter 0800 – 5895 2474 für Montag, 26. April, von 15 bis 19 Uhr und Freitag, 30. April, von 15 bis 19 Uhr vereinbart werden. Nach der Anmeldung erhalten die Teilnehmer ihre Zugangsdaten.

Amprion hat im März den Antrag auf Planfeststellung für die Anbindung der Umspannanlage in Gellep-Stratum an die bestehende 380-Kilovolt-Höchstspannungsfreileitung „Osterath – Punkt Angerland“ gestellt. Diese verläuft auf dem Gebiet der Stadt Meerbusch. Die Umspannanlage sei bereits für die zukünftige Einspeisung von Strom auf der Spannungsebene von 380 Kilovolt (kV) umgerüstet worden. Nun sei der Neubau einer rund einen Kilometer langen 380-kV-Leitung notwendig, um die Umspannanlage mit der bestehenden 380-kV-Höchstspannungsfreileitung zu verbinden. Zurzeit finde die öffentliche Auslegung der Planfeststellungsunterlagen durch die Bezirksregierung Düsseldorf in Krefeld und Meerbusch statt, berichtete ein Amprion-Sprecher am Mittwoch.

Amprion beabsichtige, parallel zur Bestandsleitung drei neue Masten zu bauen. Ein weiterer Mast müsse an gleicher Stelle ersetzt werden, um die 380-kV-Leitung mit der Umspannanlage zu verbinden. Die bestehende 220-kV-Freileitung werde langfristig komplett entfallen. Momentan werde sie jedoch noch zur direkten Versorgung einiger Industriekunden benötigt. Um die 220-kV-Freileitung zukünftig an der Umspannanlage vorbeiführen zu können, würden drei Maste der 110-/220-kV Höchstspannungsfreileitung Osterath – Huckingen räumlich leicht versetzt, so der Sprecher.

Mit dem Neubau der 380-kV-Anbindung der Umspannanlage Gellep sichere Amprion die zukünftige Versorgung des nachgelagerten 110-kV-Netzes sowie mehrerer großer Industriebetriebe im westlichen Rheinland. Mit der Energiewende veränderet sich die Stromlandschaft in Deutschland. Im Zuge des Kernkraft- und Kohleausstiegs gingen immer mehr konventionelle Kraftwerke vom Netz. Gleichzeitig würden die erneuerbaren Energien, vor allem Windkraft- und Solarstromanlagen, weiter ausgebaut. Dieser Wandel habe Konsequenzen für das Amprion-Übertragungsnetz. Denn Wind und Sonne erzeugten dort Strom, wo das Wetter dafür am günstigsten sei – und nicht dort, wo der Strom benötigt werde. Daher müsse der Strom heute über weitere Strecken transportiert werden. Das führe dazu, dass viele Leitungen im bestehenden Übertragungsnetz stark ausgelastet seien. Auch im westlichen Rheinland hätten sich die Lastflüsse verändert. Um Netzengpässe zu vermeiden, erweitere Amprion das Netz in der Region bedarfsgerecht, erklärte der Unternehmenssprecher.