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Amnesty-Gruppe Krefeld über die iranische Anwältin Nasrin Sotoudeh

Amnesty International Krefeld : 148 Peitschenhiebe gegen die Menschenrechte

Corona verdrängt vieles: Amnesty lädt zu einem Abend über die iranische Anwältin Nasrin Sotoudeh ein. Sie setzt sich im Iran für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ein und wurde vom Mullah-Regime mehrfach inhaftiert.

Die Corona-Pandemie drängt viele Nachrichten in den Hintergrund und bindet Aufmerksamkeit, die anderen Themen fehlt. Das merken auch die Mitglieder der Krefelder Ortsgruppe von Amnesty International. Sie betreuen für die internationale Organisation die Fälle im Iran. „Selbst für uns ist es aktuell schwer, Informationen über die politisch verfolgten Menschen im Iran zu finden“, sagt Jutta Koebernick, die unter anderem für den Fall der Frauenrechtlerin Nasrin Sotoudeh verantwortlich zeichnet. Die iranische Juristin ist Trägerin des alternativen Nobelpreises. Sie wurde seit 2010 mehrfach verhaftet und wurde zuletzt 2019  zu 33 Jahren Haft und 148 Peitschenschlägen verurteilt. Von der Haftzeit muss sie mindestens zwölf  Jahre absitzen.

Um gegen das Vergessen der Opfer des Regimes anzukämpfen, ist die Krefelder Amnesty-Gruppe  weiterhin aktiv. „Aktuell ist Nasrin auf freiem Fuß. Sie hat Hafturlaub erhalten, doch die Rückkehr ins Gefängnis schwebt  wie ein Damoklesschwert ihr. Das ist besonders für ihre Kinder schwer“, sagt Koebernick. Vor allem ihr Sohn sei heute noch schwer betroffen. Das will sie nun in einer Veranstaltung in der VHS Krefeld darlegen. „Wir werden in dieser Veranstaltung einerseits eine Dokumentation des ZDF in Auszügen zeigen. Andererseits wird die Schauspielerin Rosemarie Weber Briefe, die Nasrin 2011, als sie erstmals in Haft war, an ihre Kinder schrieb, natürlich auf Deutsch, vorlesen. Ihr Sohn war damals drei, die Tochter zehn Jahre alt“, erzählt die Aktivistin.

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Der zweite Teil der Veranstaltung, die insgesamt unter 90 Minuten dauern wird, befasst sich dann mit der Zeit nach der zweiten Inhaftierung und Freilassung im Jahr 2013. Koebernick sammelte für die Veranstaltung, die eigentlich im Frühjahr stattfinden sollte und dann aufgrund des damaligen Lockdowns auf den 2. Dezember verlegt wurde, so viele Informationen wie möglich. „Wir haben damals auf diesen Termin verlegt, weil wir auf die Impfung vertraut haben. Dass so viele Leute ungeimpft bleiben würden, damit hatten wir nicht gerechnet“, sagt sie.

 „Seitdem Nasrin den Alternativen Nobelpreis erhalten hat, ist es in der Öffentlichkeit erstaunlich ruhig geworden“, sagt Koebernick.

Vortrag über Nasrin Sotoudeh  am 2. Dezember, 19 Uhr, in der VHS.