Amazon in Krefeld am Rheinhafen: 350 Jobs und große Eröffnungsfeier

Krefelder Rheinhafen : Amazon will Krefeld-Eröffnung feiern

Amazon, größter Online-Versandhändler der Welt, hat still und leise im Krefelder Hafen seine Arbeit aufgenommen. Jetzt soll groß gefeiert werden.

Hinweisschilder entlang der Krefelder Hafenringstraße zeigen Lieferanten den Weg zu Amazon. Andere weisen die Zufahrt zu drei großen angemieteten Hallen als Privatweg aus. Eigentümer der Immobilie ist die VGG Handelsgesellschaft, die in direkter Nachbarschaft zum weltgrößten Online-Versandhändler ihre so genannte importierte Weiße Ware (Waschmaschinen, Geschirrspüler, Wäschetrockner, Kühlschränke) aus Ostasien, Türkei und Weißrussland lagert und die großen Handelshäuser mit den Elektrogeräten der Marke Exquisit versorgt. Der Vertrag wurde Ende vergangenen Jahres unterschrieben.

"Wir haben in Krefeld ein Verteilzentrum wie in Bochum eröffnet", bestätigte Amazon-Sprecher Stephan Eichenseher auf Anfrage unserer Redaktion. Allerdings beliefere Amazon seine Kunden in Krefeld mit dem Kurierdienst DHL statt mit eigenen Fahrzeugen. In Krefeld würden Waren mit Lastwagen angeliefert, sortiert und weiterverschickt.

Hinweisschilder weisen darauf hin, dass der Online-Versandhändler Amazon im Rheinhafen seine Arbeit aufgenommen hat. Foto: nos

Die Verantwortlichen im Krefelder Hafen haben ein Interesse daran, die Zahl der Lkw-Fahrten zu reduzieren. Ein Einsatz der Hafenbahn wäre auch für Amazon von Vorteil. Schließlich gebe es ein Sonntagsfahrverbot für Lastwagen, aber nicht für Züge. Und Zeit sei für den Online-Versandhändler ein wichtiger Faktor. Schließlich habe er den Anspruch, seine Kunden ohne Verzögerung zu beliefern, berichtete Sascha Odermatt, Geschäftsführer der Krefelder Hafen GmbH & Co KG, auf Anfrage unserer Redaktion.

Entsprechende Gespräche sind offenbar bereits erfolgt, deutete der Sprecher von Amazon an. Wichtig: Denn der Standort Krefeld soll auf Dauer erhalten bleiben und nicht nur eine Zwischenlösung sein, betonte Eichenseher. Deshalb sei auch ein großes Eröffnungsevent mit dem Krefelder Oberbürgermeister Frank Meyer geplant.

Nach München, Berlin und Bochum wolle Amazon auch in der Seidenstadt Farbe bekennen. Auf geschätzt 23.000 Quadratmetern in den Hallen sechs, sieben und acht am Wendebecken werden alle möglichen Produkte sortiert, um linksrheinische Kunden die Same-Day oder Next-Day Zustellung zu ermöglichen. Dort wird bestellte Ware sortiert und von der DHL in die umliegenden Städte ausgeliefert. Deutschland ist der wichtigste Auslandsmarkt für den Online-Versandhändler, der am Niederrhein schon in Rheinberg präsent ist.

In Krefeld dürften im Endausbau bis zu 350 Beschäftigte Arbeit finden. Am ein Drittel so großen Standort in Bochum spricht Amazon selbst von 100 bis 150 Arbeitsplätzen.

Die VGG Handelsgesellschaft als Vermieter hat im Sommer 2015 im Hafen auf einem 110.000 Quadratmeter großen Grundstück mit dem Bau ihrer Logistik- und Verwaltungszentrale begonnen. Die für 30 Millionen Euro entstandenen Hallen haben eine Gesamtfläche von 70.000 Quadratmetern. Teile davon hat die VGG nach ihrem Umzug aus Kaarst im Sommer vergangenen Jahres bezogen.

Die Logistikimmobilie wurde, ausgehend von der konstanten Geschäftsentwicklung und nachhaltigen Wachstumsplänen des Unternehmens, so dimensioniert, dass sie auch langfristig ausreichend Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Rund ein Drittel der Logistikfläche soll deshalb zunächst für einen Zeitraum von fünf Jahren an Unternehmen vermietet werden, die in das Hafenkonzept passen. Die Auswahl geeigneter Unternehmen sollte in enger Abstimmung mit dem Rheinhafen Krefeld erfolgen. Das ist inzwischen geschehen, wie jetzt von Amazon zum ersten Mal offiziell bestätigt wurde.

(sti)
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