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Krefeld: Am Montag Premiere beim Tag der offenen Moschee

Krefeld : Am Montag Premiere beim Tag der offenen Moschee

Bereits zum zehnten Mal in Folge nehmen alle sieben Krefelder Moscheen den Tag der deutschen Einheit zum Anlass, zum "Tag der offenen Moschee" einzuladen.

"Wir sind Teil der deutschen Einheit und möchten diesen Feiertag nutzen, um ihn mit nicht-muslimischen Freunden gemeinsam zu feiern, sich kennen zu lernen, Vorurteile abzubauen und neue Freundschaften zu schließen", sagt Mehmet Demir, Vorsitzender der Union der Türkischen und Islamischen Vereine in Krefeld und Umgebung.

Von 14 bis 18 Uhr sind die Moscheen geöffnet. Besucher können beim Nachmittagsgebet zusehen, sich durch die Moschee führen lassen und bei Tee und Kuchen mit Muslimen ins Gespräch kommen.

Gratis-Buch für Besucher

Erstmals können Besucher Informationen über den Islam in Krefeld auch in gedruckter Form mit nach Hause nehmen: Druckfrisch zum Feiertag ist ein neues Buch erschienen, das auf rund 50 Seiten viele Informationen rund um die Religion der Muslime enthält. Auflage: 1000 Exemplare. Es wird heute gratis abgegeben.

"Bisher gab es über die Muslime in Krefeld und ihre 50-jährige Geschichte kaum etwas zu finden", erklärt Demir. "Daher haben wir beschlossen, unsere Geschichte selbst zu erforschen und aufzuschreiben." In nur drei Monaten hat eine Gruppe Akademiker der dritten türkischen Generation die wichtigsten Fakten über den Islam in Krefeld zusammengetragen.

Unter der Leitung von Sümeyye Özdemir wurde im Stadtarchiv nach Informationen gesucht, wurden Zeitzeugen befragt und eigene Statistiken erstellt. Denn von offizieller Seite gibt es nur wenige Zahlen über muslimische Einwohner, weil der Islam als Religion in Deutschland nicht staatlich anerkannt ist. "Dieses Projekt ist in Deutschland einmalig", betont Mehmet Demir.

Das Buch unterteilt sich in fünf Kapitel. Zunächst wird die Religion des Islam, vom Koran bis zur Hadsch, vorgestellt. Im zweiten Kapitel widmen sich die Autoren der Geschichte des Islam in Krefeld. Gastarbeiter brachten ihren Glauben in den 60er Jahren in die Stadt und hatten lange Zeit mit Schwierigkeiten zu kämpfen, ihren religiösen Pflichten nachkommen zu können.

Ein interessantes Detail: Die erste Übersetzung des Korans in Deutsch fertigte der Krefelder Rabbiner Ludwig Ullmann im Jahr 1840 an. Im dritten Kapitel geht es um Moscheen. Dort werden auch alle sieben Krefelder Häuser einzeln vorgestellt. Ein weiteres Kapitel widmet sich islamischen Grabfeldern. Und im letzten Kapitel, dem Glossar, werden die wichtigsten Begriffe noch einmal erklärt.

(puv)