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Krefeld: Alte Kirche: 24 Retter fangen an

Krefeld : Alte Kirche: 24 Retter fangen an

Der "Verein zur Erhaltung der Alten Kirche" ist gegründet – 24 Mitglieder haben sich gefunden. Sie wollen die Alte Kirche als Gottesdienststätte erhalten. Alt-Pfarrer Bautz forderte auch das Engagement der Stadt.

Der "Verein zur Erhaltung der Alten Kirche" ist gegründet – 24 Mitglieder haben sich gefunden. Sie wollen die Alte Kirche als Gottesdienststätte erhalten. Alt-Pfarrer Bautz forderte auch das Engagement der Stadt.

3000 Gläubige gehören zum Bezirk der Alten Kirche – 40 von ihnen sind zu der Versammlung gekommen, deren Ziel es war, einen Verein zur Rettung der Kirche in ihrer jetzigen Form zu gründen. 24 von ihnen gründeten schließlich den Verein. "Das ist eine Antwort auf den Notschrei des Presbyteriums", sagte Alt-Pfarrer Manfred Bautz, treibende Kraft hinter der Gründung. Er zweifelt an, dass der Unterhalt wirklich zu viel Geld kostet.

Hintergrund: Die evangelische Gemeinde Alt-Krefeld muss mit ihren 7061 Mitgliedern drei Kirchen unterhalten; eine davon ist die Alte Kirche, für deren Unterhalt jährlich 110 000 Euro in den Haushalt der Gemeinde eingestellt werden müssen. Bautz zweifelte aber an, dass dahinter reale Kosten stünden: Die Umstellung der Gemeinde-Haushalte auf die "NKF"-Buchhaltung (Neues Kommunales Finanzmanagement) zwinge die Gemeinden, einen angemessenen Betrag für ihre Immobilien in ihren Haushalt festzuschreiben. Wie hoch die realen Kosten für die Alte Kirche seien, könne man nicht sagen, da der Gemeindehaushalt für 2012 noch nicht vorliege, betonte Bautz.

Er forderte, in dem an die Kirche angrenzenden Trakt Wohnungen einzurichten, um mit dem Erlös den Erhalt der Kirche zu stützen. Der neue Verein, so rechnete er vor, könnte mit 300 Mitgliedern und im Schnitt acht Euro Monatsbeitrag rund 30 000 Euro im Jahr zum Etat der Gemeinde beitragen.

Es wurden auch grundsätzliche Zweifel an der Geldknappheit der evangelischen Kirche geäußert: Klaus Bubeck, der die Gemeinde als Betriebswirt berät, wies darauf hin, dass die Kirchensteuereinnahmen nach dem Einbruch Anfang des Jahrtausends wieder kräftig gestiegen seien und mittelfristig weiter steigen würden – die Frage sei, wie viel davon in den Gemeinden ankomme. Zurzeit jedenfalls zu wenig, um die Alte Kirche problemlos zu halten – der amtierende Pfarrer Volker Schran: "Wir haben keine Limburger Verhältnisse."

Bautz forderte indirekt auch Hilfe vom Steuerzahler. "Was ist der Stadt die Alte Kirche wert?", fragte er. Für ihn ist klar, dass die Alte Kirche Stadtgeschichte repräsentiert. Sie markiere die älteste Gottesdienststätte, sie sei ökumenisches Erbe als erste Dionysius-Kirche, die erst katholisch und dann evangelisch war, sie sei "die Kirche in der Stadt".

Neben der Alten Kirche muss die Gemeinde Alt-Krefeld noch für die Erlöserkirche in Lindental rund 55 000 Euro und für die Johanneskirche in Forstwald rund 32 000 Euro jährlich veranschlagen – im Bereich Erlöserkirche leben 3000, im Bereich Johanneskirche etwa 1100 Evangelische.

(RP)