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Krefeld: Allianz der Sportvereine vermutet Hinhaltetaktik

Krefeld : Allianz der Sportvereine vermutet Hinhaltetaktik

Bereits seit August 2017 liegt der Verwaltung der Stadt Krefeld ein Konzept für die Sportstätten im Krefelder Nordwesten vor. Erarbeitet wurde es durch drei Sportvereine - VFR 1920 Krefeld, Preussen 1855 Krefeld, SC Viktoria 09 Krefeld - und zwei Bürgervereine Inrath und Kliedbruch (wir berichteten). "Die Resonanz war zunächst positiv - auch von der Stadt und vom Sportbund", berichtet Rolf Hirschegger, der Vorsitzende des Bürgervereins Inrath. Seitdem wäre aber kein Kontakt mehr zustande gekommen, mehr noch: "Als wir das Gespräch gesucht haben, wurde uns mitgeteilt, als Arbeitskreis wären wir nicht das Plenum, mit dem man verhandeln könne, wir hätten kein Mandat - da schwoll uns, um es ehrlich zu sagen, der Kamm", erbost sich Peter Gerlitz, Vorsitzender des Bürgervereins Kliedbruch.

Detlef von Hofe, Schriftführer des Bürgervereins Kliedbruch, führt weiter aus: "Wir bedauern es sehr, dass die Verwaltung nicht mit uns in Kontakt tritt, wir möchten gerne über unsere Ideen reden". Albert Höngtges, Präsident des Gesamtvereins KTSV Preussen Krefeld, macht deutlich: "Den Sportstätten wurde empfohlen, sie mögen sich doch zusammenschließen. Und wir drei Sportvereine, die das tatsächlich gemacht haben, werden von der Stadt nicht wahrgenommen. Eine derartige Gruppierung wie die unsrige hat es so noch nicht in Krefeld gegeben." Markus Eitner, Vorsitzender des S.C. Viktoria konnte enttäuscht aus der letzten Sportausschuss-Sitzung berichten: "Dort wurde lediglich angemerkt, dass die Vereine sich getroffen hätten, es sei aber nichts dabei rumgekommen. Ich habe dann versucht, die Dinge klarzustellen, aber ohne Reaktion seitens des Ausschusses".

Die Sorge hinter dem Unmut der Sport- und Bürgervereine geht tiefer. Sie vermuten, dass trotz anderer Absprachen mit der Stadt die Vermarktung der Grundstücke am Appellweg nicht vom Tisch ist. Der letzte Stand der Dinge war, dass von einer Bebauung des Ascheplatzes abgesehen wird und statt eines Neubaugebietes mit etlichen Wohneinheiten sowie einer Kindertagesstätte, lediglich der Plan für die Kindertagesstätte Bestand habe. "Es tut sich aber nichts. Wir vermuten, dass die Verwaltung auf Zeit spielt und die Vereine bewusst im Unklaren lässt", mutmaßt Detlef von Hofe. Albert Höntges ergänzt: "Wir können als Vereine nicht planen und uns entwickeln."

Es ist der Wunsch der Sport- und der Bürgervereine, dass sie in Dialog mit der Verwaltung eintreten: "Unsere Arbeitsgruppe möchte mit der Verwaltung arbeiten, nicht gegen sie - und wir sind auch bereit auf Kompromisse einzugehen. Zudem möchten wir dafür werben, dass der Zusammenschluss der Vereine ein Leuchtturmprojekt für Krefeld darstellt, wie es zuvor schon die Geschäftsführung des Stadtsportbundes formuliert hat". Die Arbeitsgruppe erwartet, dass Verwaltung und Politik eine Stellungnahme zu dem Sportkonzept abgeben und mit den Vereinen einen Zukunftsplan erstellen.

(RP)