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Krefeld: Alexandra I.: Oppums erste Schützenkönigin

Krefeld : Alexandra I.: Oppums erste Schützenkönigin

Oppums erste Schützenkönigin, Alexandra Breuer-Bozicevic, hat ein Problem: Das historische Schützensilber ist so groß, dass es ihr über die Schultern rutscht.

Also wird es beim großen Schützenumzug in Oppum gleich zwei Premieren geben: In der Kutsche sitzt zum ersten Mal eine Schützenkönigin und, das ist die zweite Premiere, sie sitzt dort ohne das Silber.

 Schützenkönigin Alexandra Breuer-Bozicevic.
Schützenkönigin Alexandra Breuer-Bozicevic. Foto: Lothar Strücken

Es war schon eine Überraschung, dass beim Vogelschießen vor zwei Jahren kein "Roter Husar" als Sieger hervorging. Denn eigentlich hatte der Verein sich vorgenommen, den Schützenkönig zu stellen. "Es war mehr eine spontane Entscheidung an dem Nachmittag, dass ich mitgeschossen habe", erinnert sich Breuer-Bozicevic, die Mitglied im Oppumer Schützentrommlercorps ist. Einziger Gegner: Ihr Mann Igor, Roter Husar.

Am Ende holt Alexandra Breuer-Bozicevic, die sich eher als Ministerfrau gesehen hatte, unter frenetischem Jubel der anwesenden weiblichen Schützen mit dem 445. Schuss den Vogel von der Stange.

Für die geschlagenen Roten Husaren, insbesondere Gatte Igor, kein Problem. Und er betont, dass er seine Frau nicht etwa hat gewinnen lassen: "Wenn du da stehst und schießt, dann willst du auch treffen. Das ist so ähnlich, wie beim Elfmeterschießen, da schießt man ja auch nicht mit Absicht übers Tor."

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Igor Bozicevic ist also gern Prinzgemahl, seine designierten Ministerpaare, Astrid und Gregor von der Hocht und Michael Motzner mit Britta Seeland dienen nun Oppums erster Schützenkönigin.

"Wir sechs waren in den zwei Jahren ein super Team und haben alles zusammen geplant", sagen Königin und Prinzgemahl. Während der Vorbereitung für das Schützenfest teilte man sich dann aber doch in Teams nach traditioneller Rollenverteilung auf: Während die Herren sich um den Bau der Burg kümmerten, machten sich die Damen auf die Suche nach passenden Kleidern für den Hofstaat. "Das Kleider aussuchen hat am meisten Spaß gemacht", berichtet Mateja Bozicevic, die 14-jährige Tochter des Paares. Auch sie, genau wie Bruder Nikolay, ist gemeinsam mit Mutter Alexandra Mitglied der Schützentrommler. Selbstverständlich, dass Mateja zu den Hofdamen gehört.

Zwei Kleider mussten für jede der insgesamt neun Damen gefunden werden. Das Geheimnis um die Kleider, die alle beim Heimat- und Schützenabend im Festzelt tragen, wird allerdings erst am Tag selber gelüftet. Nur so viel will die Königin verraten: "Es gibt ein langes und ein kurzes Kleid." Beim Umzug tragen Königin und Ministerfrauen Silbergrau mit etwas Rot, die Hofdamen gehen ganz in Weiß. "Ich weiß nicht, wie viele Kleider ich anprobiert habe — unzählige!", erzählt Breuer-Bozicevic. "Es war nicht so leicht, in Sachen Kleider auf einen Nenner zu kommen und etwas zu finden, das uns allen passt und farblich auch noch zur roten Husarenuniform gut aussieht."

Daran, dass das Schützensilber zu einem schulterfreien Kleid nicht getragen werden kann, hatte wohl, wie Bozicevic glaubt, "noch nie jemand gedacht". "In vielen Schützenvereinen ist es ja sowieso undenkbar, dass eine Frau überhaupt nur Mitglied, geschweige denn Königin wird", sagt sie. "Hier in Oppum ist die Satzung wohl irgendwann mal geändert worden." Nicht nur die Frauen, sondern auch die Männer der Schützenvereine hätte sich riesig gefreut, eine Schützenkönigin zu haben. "Auch die Roten Husaren", sagt Igor Bozicevic, "obwohl die Schützenkönigin ja nun eine grüne Uniform anhat und keine rote."

Die zwei Jahre der Regentschaft seien mit dem Besuch vieler befreundeter Schützenvereine und der Planung des großen Festes in Oppum schnell herumgegangen. "Wir freuen uns jetzt aber auch auf die Zeit danach, wenn wir einfach mal gar nichts mehr machen müssen", sagen die Bozicevics übereinstimmend. Das Einzige, was dann zu tun bleibt, ist, für den heimischen Garten am Langendonk neue Obstbäume auszusuchen und zu pflanzen. Denn um Platz für das große Zelt für die Biwak-Feier zu haben, die traditionell zu Hause beim Schützenkönig stattfindet, musste ein Apfelbaum in der Mitte des Gartens gefällt werden.

(puv)