Aktion von „Mies in Krefeld“ Projekt MIK veröffentlicht Architekturführer

Krefeld · Krefelds besondere Architektur wird in einem kostenfreien Führer vorgestellt, der online eingesehen werden kann unter www.architekturguide-krefeld.de.

 Haus Lange und Haus Esters sind zwei Wohnhäuser, die Ludwig Mies van der Rohe in Krefeld für die deutschen Industriellen Hermann Lange und Josef Esters entworfen hat. Sie wurden zwischen 1928 und 1930 im Bauhausstil erbaut.

Haus Lange und Haus Esters sind zwei Wohnhäuser, die Ludwig Mies van der Rohe in Krefeld für die deutschen Industriellen Hermann Lange und Josef Esters entworfen hat. Sie wurden zwischen 1928 und 1930 im Bauhausstil erbaut.

Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

(RP) Das Projekt MIK – Mies in Krefeld – hat den kostenfreien Architekturguide-Krefeld „Seide und Moderne“ unter www.architekturguide-krefeld.de veröffentlicht. 75 Bauten, 65 Biografien und acht thematische Gruppen erzählen von der produktiven Kooperation von Industrie, Avantgarde und Stadt von den 1920er-Jahren bis in die 1960er-Jahre. Die Auswahl folgt der Spur der Moderne, die mal in einen Industriekomplex der 1890er-Jahre, mal zu einem Wohnhaus von Mies van der Rohe oder auch einem futuristischen Schulgebäude der 1950er-Jahre von Bernard Pfau führen kann. Das Ziel ist, die Stadt ein Stück weit lesbar und ihre Geschichte erfahrbar zu machen. Der Guide funktioniert auf Smartphones, Tablets und PCs. Die Erarbeitung wurde durch die NRW-Stiftung finanziell unterstützt.

Spektakuläre Fabrikgebäude und repräsentative Villen, zeittypische Wohn- und Verwaltungsgebäude und zum Zeitpunkt ihrer Errichtung zukunftsweisende Büro- und Hochschulbauten: Krefeld ist voll von Gebäuden, die an die Hochphase der Industrialisierung und die vorherrschende Seidenindustrie erinnern. Die Vertreter dieser stets auf Innovation und zeitgemäße Gestaltung bedachten und schon im 19. Jahrhundert globalisierten Branche knüpften immer wieder Kontakte zu Vertretern der zeitgenössischen Avantgarde, beauftragten und beschäftigten Künstler, Gestalter und Architekten, die für eine explizit moderne Handschrift bekannt waren. So lässt sich etwa die hohe Anzahl von ehemaligen Lehrern und Absolventen des Bauhauses erklären, die bis in die 1960er-Jahre in Krefeld tätig waren.

Dieses Kapitel der Wirtschafts- und Kulturgeschichte hat das Projekt MIK bereits in einem großen Projekt aus Anlass des Bauhaus-Jubiläums 2019 mit einem Wissenschaftlerteam erforscht, in einem Buch dokumentiert und in einer Ausstellung im Krefeld Pavillon von Thomas Schütte im Kaiserpark in Bockum präsentiert.

Architekturguide unter www.architekturguide-krefeld.de

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