Aktuelle Zahlen der Agentur für Arbeit Arbeitslosenzahl in Krefeld steigt gegen den Trend

Krefeld · Der Ausbildungsmarkt bietet aktuell noch 262 freie Stellen in Krefeld. Zeitgleich suchen 312 junge Männer und Frauen noch eine Lehrstelle.

Sarah Borgloh leitet seit kurzem als Vorsitzende der Geschäftsführung die Agentur für Arbeit Krefeld und Kreis Viersen.

Sarah Borgloh leitet seit kurzem als Vorsitzende der Geschäftsführung die Agentur für Arbeit Krefeld und Kreis Viersen.

Foto: Agentur für Arbeit

In der Stadt Krefeld sind 12.614 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 232 mehr als im Vormonat September und entspricht einer Arbeitslosenquote von 10,3 Prozent. Vor einem Jahr hat sie noch bei 10,1 Prozent gelegen. 2726 Männer und Frauen hatten Anspruch auf den Bezug von Arbeitslosengeld, und 9888 bezogen Hartz-IV-Leistungen. „Wir verzeichnen für die Stadt Krefeld und den Kreis Viersen insgesamt leicht sinkende bis stabile Arbeitslosenzahlen im Oktober. Saisonüblich ist normalerweise ein etwas dynamischerer Rückgang“, sagt Sarah Borgloh, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Krefeld und Kreis Viersen, zu den aktuellen Zahlen auf dem Arbeitsmarkt. Diese weisen 21.558 arbeitslose Personen im Agenturbezirk aus, ein Rückgang von 23 im Vergleich zum Vormonat.

„Die gedämpfte Entwicklung steht im Zusammenhang mit den aktuellen Herausforderungen wie Ukraine-Krieg, steigenden Energie- und Rohstoffpreisen, Materialengpässen sowie der hohen Inflation. Jedoch begegnet auch der hiesige Arbeitsmarkt diesen robust und stabil“, erläutert Borgloh. Aktuell werden im Bezirk der Agentur für Arbeit Krefeld 5810 Menschen von der Arbeitsagentur betreut (22 mehr als vor einem Monat). 15.748 Arbeitslose (45 weniger als im September) sind in Betreuung der Jobcenter Krefeld und Kreis Viersen. Damit liegt die Arbeitslosenquote im Bezirk bei 7,6 Prozent (wie im September und 0,2 Prozentpunkte über Oktober 2021). Im Kreisgebiet Viersen liegt die Arbeitslosigkeit bei 5,5 Prozent (September: 5,4 Prozent, September 2021: 5,3 Prozent).

Die Agentur für Arbeit Krefeld und Kreis Viersen bot im vergangenem Monat den Arbeitssuchenden 987 freie Stellen an. Das waren 108 Stellen mehr als zum gleichen Zeitpunkt 2021. Vor allem in den Wirtschaftsbereichen Handel, Gesundheit und verarbeitendem Gewerbe sei weiterhin ein hoher Stellenbestand zu verzeichnen, erklärte ein Sprecher.

Darüber hinaus zog Sarah Borgloh eine erste Bilanz für das Ausbildungsjahr 2021/2022: Demnach haben im Agenturbezirk 3004 junge Männer und Frauen – das sind 193 weniger als im Vorjahr – bei der Berufsberatung nach einer Ausbildungsstelle nachgefragt. Das ist ein Rückgang von sechs Prozent. Ihnen standen 3634 bei der hiesigen Arbeitsagentur erfasste Ausbildungsstellen gegenüber. Dies ist im Vergleich zum Vorjahr ein um 151 Stellen (plus 4,3 Prozent) erhöhtes Angebot.

„Die gestiegenen Stellenmeldungen zeigen, dass die Arbeitgeber weiterhin Fach- und Nachwuchskräfte suchen. Der beste Weg dorthin führt über die Ausbildung im eigenen Betrieb. Weniger Bewerberinnen und Bewerber bei mehr angebotenen Ausbildungsstellen bedeuten eine Verstetigung der bereits im Vorjahr eingesetzten Entwicklung hin zum Bewerbermarkt. Auch aktuell stehen noch Ausbildungsangebote zur Verfügung. Wir werden in den nächsten Wochen gemeinsam mit unseren Partnern im Ausbildungskonsens alle Anstrengungen unternehmen, die bisher noch unversorgten Jugendlichen auf die freien Ausbildungsstellen zu vermitteln und wo dies nicht möglich ist, entsprechende Unterstützungsmöglichkeiten anzubieten“, erläutert Borgloh. Rein rechnerisch standen somit über das Ausbildungsjahr 100 Bewerberinnen und Bewerbern 121 Ausbildungsangebote offen (Vorjahr 100 zu 109).

Zum Ende des Berufsberatungsjahres (Stichtag 30. September) waren 312 Jugendliche bei der Agentur für Arbeit gemeldet, die noch eine Ausbildungsstelle suchten und auch noch keine Alternative gefunden hatten. Gleichzeit waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Ausbildungsstellen besetzt. Für 262 Stellen waren die Arbeitgeber noch auf der Suche nach den geeigneten Auszubildenden.