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Afrika: Entwicklungshelfer aus Krefeld baute Schule in Gambia

Entwicklungshelfer aus Krefeld baute Schule in Afrika : Papa Buba beklagt Wasserschaden in Gambia

Land unter in Gambia. Betroffen von den Überflutungen sind auch die beiden Schulen des Krefelder Entwicklungshelfers Uwe Beckers. Es gab einen kostspieligen Schaden an der Solaranlage.

Auch wenn sich Uwe Beckers mit seiner Familie derzeit in Krefeld befindet, ist er gedanklich doch immer bei seinen Schulprojekten in Gambia. Und das nicht ohne Sorge. Denn aktuell ist dort Regenzeit, die für Überschwemmungen und damit große Schäden sorgt.

In Gambia hat der Krefelder Entwicklungshelfer wie berichtet inzwischen bereits die zweite Schule gegründet. Nach der Grundschule ist es diesmal eine weiterführende Einrichtung, in der auch eine Art Abitur gemacht werden kann. Während der Regenzeit, die von Juni bis Oktober dauert, sind beide Schulen  geschlossen, es gibt aber Nachhilfe-Angebote.

Beckers beschreibt die aktuelle Situation in Gambia so: „Der größte Teil des Landes war bis zu 50 Zentimeter hoch überschwemmt. Das Wasser ist durch die meisten Dörfer gerauscht und hat fast alle lokalen Gebäude und schlecht gebauten Häuser überflutetet. Da es in Gambia keine Kanalisation gibt, laufen somit alle Sickergruben voll und die Fäkalien kommen überall hoch. An Trinkwasser war in dieser Zeit auch schwer ranzukommen.“

 Solarenergie ist wichtig, um die Schulen mit Elektrizität zu versorgen. Nun ist durch den Regen ein Wechselrichter defekt.
Solarenergie ist wichtig, um die Schulen mit Elektrizität zu versorgen. Nun ist durch den Regen ein Wechselrichter defekt. Foto: Uwe Beckers
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 Bislang waren die Schäden, die das Wasser in den Gebäuden anrichtete, überschaubar. „Da ich glücklicherweise bei meiner letzten Reise auf dem Schulgelände Drainagen angelegt habe, konnte das Regenwasser in einen 25 Meter tiefen, stillgelegten Brunnen ablaufen. Dadurch sind wir auf dem Schulgelände von der Überflutung größtenteils verschont geblieben“, erklärt Beckers, in Gambia liebevoll Papa Buba genannt.

Sind in Krefeld voll gelaufene Keller ein Grund, die Rettungskräfte zu alarmieren, so sind die Menschen in Gambia daran gewöhnt, nach der Regenzeit alles wieder aufräumen und zum Teil auf wieder aufbauen zu müssen. Durch die Wassermassen wird auch regelmäßig Schulinventar  beschädigt, und auch die privaten Räume von Familie Beckers in Gambia bleiben nicht verschont. Das alles kennt der engagierte Helfer und hat gelernt, damit zu leben.

 Die Schulen des Krefelder Entwicklungshelfers betreuen inzwischen über 550 Kinder vom Vorschulalter bis zur neunten Klasse.
Die Schulen des Krefelder Entwicklungshelfers betreuen inzwischen über 550 Kinder vom Vorschulalter bis zur neunten Klasse. Foto: Uwe Beckers

Anfang August jedoch erwischte es aufgrund eines defekten Daches die Solaranlage, die die Gebäude mit Strom versorgt, genauer den Wechselrichter der Anlage, der noch kein Jahr alt und erst beim letzten Besuch in Gambia installiert worden war. Eine Reparatur sei leider nicht möglich, erklärt der IT-Experte, der bei der Agentur für Arbeit beschäftigt ist. Für rund 1500 Euro muss nun ein Ersatzteil besorgt werden. Geld, das dem durch Spenden finanzierten Projekt angesichts auch in Gambia stetig steigender Preise, vor allem für Nahrungsmittel, fehlt. „Wir können jede finanzielle Hilfe gebrauchen. Nicht nur, um wieder Strom erzeugen zu können, sondern auch, um die ärmsten Familien im Ort mit Reis zu versorgen. Die Not hier ist groß“, sagt Uwe Beckers. 

Denn die Überschwemmung hat viele Ernten zunichte gemacht, ganze Dörfer waren abgeschnitten. Auch die Schulküche, in der die Kinder versorgt wurden, die am Nachhilfe-Angebot in den Ferien teilnahmen, musste zwei Wochen lang auf Brot verzichten – wegen Mehl-Lieferschwiergkeiten aufgrund des Ukraine-Krieges, wie Beckers sagt.

Statt wie in den Jahren zuvor Pakete für die Patenkinder aus Deutschland im Container mit nach Gambia zu nehmen – wobei auch die Preise für einen Container deutlich gestiegen sind – ist der Helfer aus all diesen Gründen dazu übergegangen, um Geld zu bitten, um vor Ort für die Familien Nahrung und kleine Geschenke zu besorgen. So würden auch die Händler im Dorf unterstützt und profitierten von der Hilfe, argumentiert Beckers.

Anfang Oktober wird der 58-Jährige wieder vor Ort sein und sich um die Behebung der Schäden kümmern. Dazu hat er noch einiges mehr geplant. So will er ein Labor für die Schulkinder bauen und dazu noch zwei bis drei weitere Schulklassen. Eine Förderung der Projekte durch die Deutsche Botschaft in Gambia wurde ihm mündlich bereits zugesagt.