Krefeld: AfD-Vorstand kündigt Neuwahl an

Krefeld : AfD-Vorstand kündigt Neuwahl an

Der Vorstand der Krefelder Alternative für Deutschland (AfD), Wolfgang Eitze, hat gestern Abend angekündigt, dass die Führungsspitze der Krefelder AfD früher als ursprünglich geplant neu gewählt werden soll.

Für den 3. Juli hat er zu einem außerordentlichen Stadtparteitag mit Vorstandsneuwahlen eingeladen. Auf die Frage unserer Zeitung, ob er selbst wieder kandidieren werde, sagte Eitze gestern: "Mutmaßlich ja. Es gibt im Moment keinen Besseren." Ob seine Stellvertreterin, Margit Steer, noch einmal kandidiere, wisse er nicht. Eitze hat sich aber zum Ziel gesetzt, den Mitgliedern schon im Vorfeld eine Vorstandsmannschaft zu präsentieren, um die Partei als Team mit ihm an der Spitze zu führen.

Noch vor der Kommunalwahl, bei der die AfD in Krefeld 4,3 Prozent erreicht hatte, waren interne Querelen in der Partei bekannt geworden. Kandidaten für den Rat hatten sich angezeigt, zudem läuft ein Parteiausschlussverfahren gegen den neuen AfD-Ratsherrn Jürgen Heitzer; gegen Ratsfrau Ruth Brauers gilt ein solches Verfahren ebenfalls als möglich. Beim Treffen am 3. Juli im Hotel Niederrheinischer Hof in Krefeld soll nun ein neues Vorstandsteam die AfD in ruhiges Fahrwasser führen; es wäre die dritte Parteiführung innerhalb von nur drei Monaten. Ursprünglich sei geplant gewesen, am 3. Juli nur vakante Vorstandsposten neu zu besetzen, sagte Eitze. Laut Satzung hätte aber zwei Monate später ohnehin eine Wahl der Führungsspitze angestanden. In der Einladung zur Versammlung wirbt Eitze: "Ihr Vorstand hat sich mit ganzer Kraft dem Ziel verschrieben, die Partei auf die Wahlen vorzubereiten und sie erfolgreich durch den Wahlkampf zu führen. Dieses Ziel ist trotz vieler Widrigkeiten erreicht worden. Diese Aufgabe sieht der Vorstand mit Ablauf der Wahl als erfüllt an. Aus diesem Grunde erscheint es sinnvoll, die Arbeit des Stadtverbandes nach den Erfahrungen dieser lehrreichen und turbulenten Zeit neu zu organisieren." In den vergangenen Tagen hatte es deutliche Signale dafür gegeben, dass die Zusammenarbeit zwischen Eitze und Stellvertreterin Margit Steer nicht reibungslos verläuft.

Eitze hatte das Amt des Vorstandes im April 2014 nach dem Rücktritt von Werner Tegethoff übernommen, auch Stellvertreter Jürgen Heitzer trat damals zurück. Mit der kommissarischen Übernahme habe er "in der Phase des auf Hochtouren laufenden Wahlkampfes (...) die Geschlossenheit der Partei unter Beweis stellen" wollen, erklärte Eitze. Er appellierte an die Mitglieder, über eine Mitwirkung im Vorstand nachzudenken. Bei der Wahl sollten sich jene durchsetzen, "die aufgrund Ihrer Fähigkeiten und Seriosität, gepaart mit Einsatzbereitschaft und Teamfähigkeit für unsere Arbeit und unseren Zusammenhalt am besten geeignet sind."

(RP)