Krefeld: Adler-Jugendförderpreis für Hülser Pfadfinder

Krefeld: Adler-Jugendförderpreis für Hülser Pfadfinder

Kabarett und Preisverleihung: Diese Mischung geht bei der DJK Adler Königshof 1919 bestens auf. Der Jugendförderpreis stützt die Hülser Pfadfinder, die besondere Sorgen haben. Für scharfe Pointen sorgt der Kabarettist Martin Fromme, der seine Behinderung - er hat einen verkürzten Arm - thematisiert.

Der Jugendförderpreis der DJK Adler Königshof 1919 e.V. geht an die Hülser Pfadfinder - an den Stamm Raubritter Hüls. Der Preis wird im Rahmen des Kabarettabends des Vereins in der Markuskirche verliehen, der alljährlich ein Höhepunkt im Kalender des Vereins und von Krefelder Kabarettfreunden ist: Diesmal tritt Martin Fromme mit seinem Programm "Besser Arm ab als arm dran" auf. Frommes Witz bewegt sich auf der Grenze politischer Korrektheit und des guten Geschmacks: Er hat einen verkürzten Arm und nimmt die Irritationen darüber lustvoll aufs Korn. Der Arm, sagte er einmal auf der Bühne, sei nicht behindert, "sondern eine wertvolle Schnitzarbeit aus dem Erzgebirge". Die Hülser Pfadfinder können auf eine lange Tradition zurückblicken, berichtet DJK-Vorsitzender Hans Krüppel. "Es gibt sie seit mehr als 70 Jahren. Heute sind dort über 60 Kinder und Jugendliche engagiert." Krüppel verbindet die Preisverleihung mit dem Appell, den Pfadfindern bei der Suche nach einer neuen Bleibe zu helfen. "Sie berichten mir, dass sie schon seit Jahren kein vernünftiges Quartier haben", sagt Krüppel. Bis vor einigen Jahren sei ein Teil des Hülser Bahnhofs ihr Domizil gewesen, bis ein Brand im Keller das Gebäude unbenutzbar machte. Seitdem veranstalten sie ihre Gruppenabende in einem Bauwagen am Rande von Hüls. Die Pfadfinder würden ihre alten Räume gerne mit eigenen Mitteln wieder herrichten - auch deshalb, weil der Bauwagen die Arbeit als Pfadfindergruppe nicht leicht macht und gerade im Winter fast unbewohnbar ist. Immerhin: Mit dem Preisgeld der DJK über 1.000 Euro, das mit der Preisübergabe in der Markuskirche übergeben und von der Firma ATR Industrie-Elektronik GmbH gestiftet wird, soll der Bauwagen aufgepäppelt werden, so dass er noch ein wenig durchhält.

Martin Fromme bezeichnet sich als "Deutschlands einzigen asymmetrischen Komiker", spielt damit auf seine Behinderung an und macht deftige Witze darüber. "Nicht-Behinderte werden auf die vorhandenen Arme genommen, Behinderte aber auch", heißt es in der Ankündigung.

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Fromme steht seit 1986 auf der Bühne, moderiert seit 2011 beim MDR die TV-Sendung "Selbstbestimmt!" und hat unter anderem bei der Serie "Stromberg" mitgemacht. Sein Programmtitel "Besser Arm ab als arm dran" geht auf ein gleichnamiges Buch zurück.

Foto oben: Der Preis wird im Rahmen eines Kabarett-Abends mit Martin Fromme verliehen. Foto: Fromme

Termin: Freitag, 20. April, 19.45 Uhr (Einlass ab 19.15 Uhr), Markus-Kirche, Fischelner Str. 480. Eintritt: 25 Euro, Karten zu bestellen bei Hans Krüppel per Mail an h.krueppel@gmx.de

(RP)