Krefeld: Ab 2020 rollen Elektrobusse durch Krefeld

Krefeld: Ab 2020 rollen Elektrobusse durch Krefeld

"Die SWK-Busse mit Dieselantrieb sind schon jetzt nur noch für maximal ein Prozent der Schadstoffbelastung in der Innenstadt verantwortlich", sagt Guido Stilling, Geschäftsführer der SWK-Mobil. Dieser Wert soll bis 2030 bei Null liegen.

In Krefeld ist in wenigen Monaten Schluss mit den "Stinkern" im öffentlichen Nahverkehr. Im Sommer werden die letzten elf Busse des städtischen Verkehrsunternehmens ausrangiert, die nicht die Euro-6-Schadstoffgrenze einhalten. Den Begriff ,Stinker' mag Ingenieur Heinrich Schlomann, Teamleiter im technischen Dienst der SWK, schon heute nicht mehr: "Alle elf Busse, die wir jetzt ausmustern, sind mit Rußpartikelfiltern ausgerüstet und entsprechen der Euro-4-Norm", so der Experte. Ersetzt werden sie durch modernste Diesel-Fahrzeuge.

Doch Guido Stilling, Geschäftsführer der SWK-Mobil, ist bereits einen Schritt weiter: "Ich gehe davon aus, das 2020 die ersten reinen Elektrobusse in Krefeld eingesetzt werden." Bis 2030 soll die derzeit 88 Fahrzeuge umfassende SWK-Flotte komplett schadstofffrei sein. Neuland betreten die Stadtwerke mit der Elektromobilität im öffentlichen Nahverkehr nicht. "Einerseits verfügen die Straßenbahnen seit mehr als 100 Jahren über einen solchen Antrieb", so Stilling, "andererseits haben vor allem die Kollegen in den Werkstätten durch den Einsatz unserer Hybridbusse viel Erfahrung mit der Elektrotechnologie." Seit 2010 sind diese Fahrzeuge im SWK-Einsatz.

Der Hybridbus hat zwei Motoren: einen Elektromotor und einen normalen Diesel. Der Vorteil: Busse fahren im Hybridmodus lautlos an und es gibt weniger Stickoxide. Bremsenergie wird in elektrische Energie umgewandelt, die in einem Akku auf dem Dach gespeichert wird. Diese kann beim Anfahren genutzt werden, so dass weder Schadstoff- noch Lärmemissionen entstehen." Ist der Akku komplett geladen, fahren die Busse bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h schadstofffrei. Dadurch können sie bis zu 20 Prozent Kraftstoff einsparen.

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Für Stilling ist die Hybridtechnik nur ein Übergangssystem. Die Fahrzeuge sind doppelt so teuer wie ein Bus, der ausschließlich mit Diesel (Kosten: 300.000 Euro) fährt. Auch sind die - in die Jahre gekommenen - Hybridfahrzeuge sehr anfällig. Doch für die Zukunft setzt die SWK auf Elektromobilität. Die Krefelder Experten stehen in engem Austausch mit Kollegen der Kölner Verkehrsbetriebe, die in einer Pilotphase schon jetzt einige dieser Busse nutzen. "Für uns ist der reine Elektrobusbetrieb erst dann möglich, wenn mit einer Batterieladung 250 Kilometer zurückgelegt werden können", sagt Stilling. Mit derzeitigen Fahrzeuge müssen bereits nach 150 Kilometern wieder an die Ladestation. Ziel der SWK ist, dass die Busse nachts auf dem Betriebshof geladen werden und tagsüber auf den Strecken ohne Aufladestopp im Einsatz sind. "Ich gehe davon aus, dass solche Fahrzeuge ab 2020 zur Verfügung stehen", so Stilling. "Dann können wir uns eine teure zusätzliche Ladeinfrastruktur in der Stadt sparen."

Mehrkosten werden durch den Einsatz der Elektrobusse trotzdem auf die SWK zukommen. Ein solches Fahrzeug kostet rund 600.000 Euro. Mit Blick auf die Luftreinhaltung in Krefeld sieht sich die SWK schon heute nicht als Schadstoffverursacher. "Die SWK-Busse mit Dieselantrieb sind schon jetzt nur noch für maximal ein Prozent der Schadstoffbelastung in der Innenstadt verantwortlich", sagt Stilling. Dieser Wert soll dann 2030 bei Null liegen.

(RP)