Aachener wollen 100 Millionen in Krefeld investieren

Evonik verkauft Grundstücke : Aachener wollen 100 Millionen in Krefeld investieren

Noch ist es eine Absichtserklärung: In zwei Jahren sollen die ersten Bagger anrollen, um mit dem Bau eines Innovations- und Technologiecampus (ITC) am Bäkerpfad zu beginnen. Der Projektentwickler Landmarken AG hat 44.000 Quadratmeter gekauft, um mehr als 100 Millionen Euro zu investieren.

Auf einer Fläche von rund sieben Fußballfeldern will der Aachener Projektentwickler Landmarken AG in Krefeld einen Innovations- und Technologiecampus für Forschung und Entwicklung verwirklichen. Der Chemieriese Evonik hat dazu zwei zum Teil bebaute Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 44.000 Quadratmetern verkauft. Das Konzept habe ihn überzeugt, sagte Evonik-Standortleiter Armin Reimann am Freitag im Firmen-Kasino.

Mehrere hundert Arbeitsplätze sollen auf dem Gelände entstehen. Die Landmarken würden dort als Bauherr mehr als 100 Millionen Euro in die Realisierung des Vorhabens investieren, versicherte Vorstandsvorsitzender Norbert Hermanns. Rund 80.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche seien avisiert. Baurechtliche Hürden gelte es nicht zu überwinden. Gleichwohl dürften die ersten Bagger erst in zwei Jahren anrollen, um so schnell wie möglich aus der Vision eine Realität zu schaffen. Interessenten aus dem Bereich Forschung und Entwicklung im Sektor der Chemie gebe es einige. Noch seien aber keine Verträge unterschrieben.

Krefelds Wirtschaftsförderer Eckart Preen berichtete von Unternehmen aus China, der Türkei und Indien, die das Vorhaben auf der Agenda hätten. Einige hätten das Areal bereits vor Ort besichtigt. Lobeshymnen sang auch Hans-Henning von Grünberg, Präsident der Hochschule Niederrhein. Der ITC sei eine „sensationelle Chance“, die auch der Fachbereich Chemie  der Hochschule nicht verstreichen lassen wolle. Allerdings sei sie durch das Tempo beim Vorantreiben der Idee „etwas aus dem Tritt“ geraten. Die Hochschule habe bereits ein „eigenes Bauvorhaben“ angestoßen. Dessen ungeachtet könne  der ITC auch für die Hochschulen in der Umgebung Impulse liefern, die fazu führen könnten, dass etwa die „Kollegen aus Duisburg herüberkommen“.

Von Grünberg lobte Evonik dafür, dass das Unternehmen die in der Chemie vorhandene Kultur der Abschottung aufbreche und nahbar werde. Die Wissenschaft und Startups könnten davon profitieren. Es sei „klug und naheliegend“, ein solches Vorhaben in der Stadt zu verwirklichen, die eine so lange Tradition als Chemie-Standort habe.

Oberbürgermeister Frank Meyer freute sich über das Standortbekenntnis von Evonik. Der neue Campus sei ein „schöner Mosaikstein in der Wirtschaftsregion Rheinland“. Dort entstehe ein „Nährboden für kluge Köpfe“, sagte er.

Das Nutzungskonzept des ITC  sieht gemischte Nutzungen aus den Bereichen Forschung, Lehre und Arbeiten mit ergänzenden Angeboten wie Gastronomie oder Fitness vor. Ziel ist es, den modernsten Innovationsstandort der Stadt zu schaffen. Dafür wird das Grundstück in drei eigenständige Abschnitte geteilt, von denen der mittlere die Bestandsgebäude beherbergt. Gespräche mit potenziellen Nutzern für den nördlichen und den südlichen Abschnitt finden bereits statt. Als Entwickler forschungs- und wissensorientierter Quartiere und Immobilien hat sich die Landmarken AG bereits mit dem Innovation Campus Bochum auf dem früheren Opel-Werksgelände sowie Beiträgen am RWTH Aachen Campus einen Namen gemacht.

„Wir sehen in Krefeld ein großes Entwicklungspotenzial und wollen mit der Vernetzung von Hochschule, Industrie und Mittelstand Synergien schaffen“, sagte Hermanns. „Wir sind dankbar, dass wir das Vertrauen der Stadt, von Evonik und künftigen Nachbarn spüren“, so der Vorstandsvorsitzende der Landmarken AG.

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