A40 gesperrt: Waggons der Krefelder Hafenbahn entgleist

A40 gesperrt : Waggons der Krefelder Hafenbahn entgleist

Ein Zug der Krefelder Hafenbahn war am Montag mit zehn Waggons voller Flüssiggas auf dem Weg zum Güterbahnhof Moers. Aus noch ungeklärter Ursache entgleisten zwei Kesselwagen. Zeitweise musste die Autobahn 40 komplett gesperrt werden. Dann gab’s Entwarnung – keine Explosionsgefahr.

Das Unglück ereignete sich am Montag gegen 8.10 Uhr kurz vor einer Brücke über der Autobahn 40 in Moers. Zwei von zehn Kesselwagen eines mit Flüssiggas beladenen Güterzuges der Krefelder Hafenbahn entgleisten aus noch unbekannter Ursache auf dem Weg zum Moerser Bahnhof. Die Kräfte von Feuerwehr und Bundespolizei befürchteten, dass bei dem Unfall Leckagen an den Waggons entstanden sein könnten. Wegen austretenden Propen-Gases würde dann eventuell Explosionsgefahr bestehen. Zur Vorsicht wurde die wenige Meter entfernte Autobahn 40 zunächst gesperrt. Kontrollmessungen der Feuerwehr waren geeignet, schnell Entwarnung zu geben. Die Sperrung konnte um 9.55 Uhr wieder aufgehoben werden.

Durch den Unfall riss ein Teil der Strom führenden Oberleitung ab und hing auf einen der entgleisten Kesselwagen herab. Nachdem die Strecke geerdet wurde, konnte der unter Schock stehende Lokführer geborgen und in ein Krankenhaus gebracht werden. Der Bahnstreckenabschnitt zwischen Rheinberg und Rheinhausen sowie der Bahnhof Moers sind betroffen. Es wurde Schienenersatzverkehr zwischen Rheinberg und Rheinhausen eingerichtet. Durch den Unfall sind Schäden am Gleisoberbau, Schienen und Weichen entstanden.

Für die Bergung der beiden Waggons wurden zwei spezielle Bergungszüge mit Kränen unterschiedlicher Hebekraft geordert. Sie stellten die Kesselwagen wieder aufs Gleis. Beide Waggons wurden sichergestellt, um von Experten des Eisenbahnbundesamtes und der Bundespolizei genau untersucht zu werden, informierte Heinrich Onstein von der Bundespolizeiinspektion Kleve gestern auf Anfrage unserer Redaktion. Die Bergung der Waggons werde sicherlich mehrere Stunden in Anspruch nehmen, sagte er am Vormittag. „Die Frage ist, wo man die Kräne an die Einsatzstelle bringen kann, ob auf der Schiene oder unten über die Autobahn.“ Während der Bergung setzte die Feuerwehr ihre Messungen fort.

Am Ereignisort waren Einsatzkräfte von Feuerwehr, Landes- und Bundespolizei aktiv. Zur Luftaufklärung wurden Hubschrauber von Landes- und Bundespolizei eingesetzt. Ein Ende der Ermittlungen der Bundespolizei zur Unfallursache war gestern  noch nicht abzusehen.

Vor drei Jahren war eine 80.000 Kilogramm schwere Güterlokomotive der Krefelder Hafen GmbH & Co KG im Krefelder Stadtteil Lindental entgleist. Mit Hilfe eines schweren Krans konnte die Lok wieder zurück auf die Schienen gesetzt werden. Die Waggons waren zuvor abgekoppelt und vom Bahnübergang mit einer Ersatzlok weggezogen worden. „Unbekannte haben an der Weiche herumgespielt, nicht zum ersten Mal“, betonte Klaus Lenz, Leiter des Eisenbahnverkehrsunternehmens (EVU) des Hafens, seinerzeit auf Anfrage unserer Redaktion. Offenbar war sie dadurch nicht richtig eingerastet. Nicht alle Weichen seien vor dem Zugriff Unbefugter geschützt, erklärt er damals.

Aus der Luft sind die beiden entgleisten Kesselwagen des Güterzugs der Krefelder Hafenbahn gut zu erkennen. Fotos (3): Reichwein. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Die Hafeneisenbahn arbeitet sehr profitabel: Hauptsächlich im regionalen Umfeld bis zu 100 Kilometer Radius fahren die etwa 25 im Hafen beschäftigten Lokführer im Schichtbetrieb. Um das Streckennetz der Deutschen Bahn befahren zu dürfen, ist der Besitz des großen Führerscheins Voraussetzung. Im Hafen reicht der kleine Führerschein.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Güterzug bei Moers entgleist

(ubg)