Krefeld: 73-Jährige vor Gericht: Zahlreiche Diebstähle

Krefeld : 73-Jährige vor Gericht: Zahlreiche Diebstähle

Die Frau hat immer wieder gestohlen, immer wieder gegen Gesetze verstoßen. Nun muss die Zweite Große Strafkammer des Krefelder Landgerichts entscheiden, ob eine 73-jährige Willicherin dauerhaft in der Psychiatrie untergebracht wird oder nicht.

Momentan befindet sich die ältere Dame in der Landesklinik Bedburg-Hau. Die entsprechende Verhandlung gegen sie begann am Montagvormittag.

Die Unterbringungs-Entscheidung ist notwendig, da die Willicherin in den vergangenen Jahren - zwischen 2010 und 2014 - in den Städten Krefeld, Willich und Tönisvorst zahlreiche Diebstähle in Kaufhäusern und Supermärkten begangen hat. Zudem werden ihr unter anderem Hausfriedensbrüche und das Fahren ohne gültigen Führerschein vorgeworfen. Zum Zeitpunkt aller Taten sei die Frau aufgrund einer Persönlichkeitsstörung vermindert schuldfähig gewesen.

Konkret soll die 73-Jährige beispielsweise zwischen Dezember 2012 und Oktober 2013 in neun Fällen Waren im Wert von insgesamt rund 1400 Euro aus Geschäften in Willich, Tönisvorst und Krefeld entwendet haben. Im Januar 2013 betrat sie einen Supermarkt in Willich-Anrath, lud verschiedene Waren in ihren Einkaufswagen und wollte schließlich das Geschäft, ohne zur Kasse zu gehen, verlassen.

Laut Anklageschrift versuchten drei Verkäuferinnen, sie an dem Verlassen des Parkplatzes zu hindern und stellten sich deshalb ihr beziehungsweise ihrem Pkw in den Weg. Die Willicherin sei daraufhin "mit Vollgas" auf die Frauen zugefahren, so dass diese zur Seite springen mussten. Anschließend sei Frau noch über eine rote Ampel gefahren, was wohl zur Folge hatte, dass ein anderer Verkehrsteilnehmer nur durch eine Vollbremsung eine Kollision vermeiden konnte.

Zu der Sache befragt, meinte die 73-Jährige, sie habe damals Panik bekommen, "als die Leute hinter mir herliefen". Ihr sei nicht klar gewesen, "was los war". Sie habe nur schnell das Auto starten und wegfahren wollen. "Ich gab aber kein Vollgas. Und die Ampel war orange, nicht rot", erklärte die Willicherin mit Nachdruck.

Sie stehle immer, wenn sie "frustriert" sei. Später stelle sich jedes Mal ein schlechtes Gewissen ein. "Und dann werfe ich die geklauten Sachen meist weg oder lasse sie irgendwo liegen", ergänzte sie. Der Prozess wird fortgesetzt.

(RP)