Gefährdete Tiere in Krefeld 60 Krötenretter feiern mit dem Kommunalbetrieb Krefeld

Krefeld · Seit Ende Januar waren die Helfer unterwegs, um die Tiere auf ihrem gefährlichen Weg an die Laichgewässer zu schützen. Der KBK hat die Ehrenamtler jetzt ins Café Kornblume eingeladen, um ihnen für ihr Engagement zu danken.

 Zum Schutz der Tiere waren die Helfer früh morgens und spät abends unterwegs.

Zum Schutz der Tiere waren die Helfer früh morgens und spät abends unterwegs.

Foto: KBK/Heimberg​

(sti) Sie stehen auf Listen der bedrohten Tierarten: Kröten. Während der Laichzeit legen die Amphibien größere Strecken zurück, um an ihre Gewässer zu gelangen. Dabei lauern Gefahren auf die Tierchen, besonders dann, wenn die Kröten auf ihrem Weg quer über Straßen müssen. Dann kommen die Helfer ins Spiel. In Krefeld sind es rund 60 Personen, die Kröten, Frösche und Molche einsammeln und sicher über die Straße bringen und in Listen eintragen.

Frühmorgens und spätabends waren sie seit Ende Januar unterwegs, häufig bei Regen, hunderte Male Bücken und mit klammen Fingern zum Licht einer Stirnlampe Zahlen in lange Tabellen notieren: So könnte die Jobbeschreibung eines Amphibienhelfers lauten, den es jedoch nur als Ehrenamt gibt. Der Kommunalbetrieb Krefeld (KBK) hat die etwa 60 Helferinnen und Helfer ins Café Kornblume eingeladen, um ihnen für ihr Engagement zu danken.

Zwar liege die endgültige Bilanz der gesammelten Kröten, Frösche und Molche noch nicht vor, dennoch seien die Zahlen rund um den vom KBK in Krefeld betriebenen Amphibienschutz beeindruckend, erklärte ein KBK-Sprecher. Es seien sieben Amphibienschutzzäune im gesamten Stadtgebiet mit einer Gesamtlänge von zehn Kilometern aufgebaut. Die Helfer gehörten teils dem Naturschutzbund Nabu an, andere hätten sich als Einzelpersonen oder Familien bei der Biologin Gerlinde Butzke-Meyer gemeldet, die im Auftrag des KBK den Einsatz der Amphibienhelfer koordinieret habe, so der Sprecher.

Mitarbeiter der Hülser Außenstelle der zum Kreis Wesel gehörenden Biologischen Station hätten die Schulung der Helfer übernommen. Denn auch das Bestimmen der Art gehöre zur vielfältigen Aufgabe der Amphibienhelfer. Die Ehrenamtler hätten aus der Hand von KBK-Vorstand Andreas Horster eine Urkunde erhalten, mit der der besondere Einsatz für die Lurche gewürdigt werde.

„Beim Schutz von Schneeleopard oder Pandabär sind sofort alle einverstanden. Wenn jedoch der Steeger Dyk für einige Wochen zum Schutz der Amphibien gesperrt werden muss, herrscht bei einigen leider Unverständnis“, berichtete KBK-Vorstand Horster. „Dabei haben eben bestimmte Amphibien ihr Hauptverbreitungsgebiet in Deutschland und daher kommt uns eine besondere Verantwortung zu, diese Arten zu erhalten“, lobte er den Einsatz der Helfer.

Mittlerweile seien alle Zäune abgebaut und die Tiere an ihren Laichgewässern angekommen. Bis in den Herbst hinein machten sie sich dann nach und nach auf ihren gefährlichen Rückweg in die Winterquartiere.

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