540.000 Euro für neue Platten auf der Hochstraße

Kosten- und Zeitplan erstellt: Hochstraße soll bis zum Advent umgebaut werden

Im Abschnitt zwischen Neumarkt und Rheinstraße sollen die Arbeiten am Belag der Fußgängerzone vor Beginn des nächsten Weihnachtsgeschäfts abgeschlossen sein. Händler machen sich Sorgen um ihren Umsatz während der Bauarbeiten.

Für die Leitungssanierung und anschließende Neuplattierung der Hochstraße gibt es endlich einen exakten Kosten- und Zeitplan. „Wir haben mit der Netzgesellschaft Niederrhein (NGN) gesprochen, sie wird im Rahmen ihrer Arbeiten die neuen Platten verlegen“, versichert Planungsdezernent Martin Linne. Die Mehrkosten, die die Stadt zu tragen hat, belaufen sich auf 540.000 Euro. Ursprünglich war die Verwaltung von 400.000 Euro ausgegangen. Linne verspricht, dass im Bereich der Fußgängerzone zwischen Neumarkt und Rheinstraße die Arbeiten vor Beginn des Weihnachtsgeschäfts abgeschlossen sein werden. Die Westhälfte soll im April 2019 fertiggestellt sein.

Mangelnde Absprachen zwischen Baudezernat und NGN hatten über Monate für Verunsicherung und Verärgerung bei Einzelhändlern und Politik gesorgt. Die Behörde hatte über Monate schlichtweg vergessen, die NGN bezüglich der geplanten neuen Plattierung zu unterrichten. Daher stand die Netzgesellschaft in der vertraglichen Verpflichtung, das alte Pflaster nach Abschluss der Leitungsarbeiten wieder in die Hochstraße wieder einzubauen. Dies wiederum hatte die Politik auf den Plan gerufen, die anschließend – auch bezüglich einer von der Verwaltung vorgesehenen Neupflasterung im kommenden Jahr – kritische Fragen stellte. Sichtlich zerknirscht hatte sich Linne bezüglich dieser Diskussion gezeigt: „Selbstkritisch muss ich einräumen, dass die Verwaltung nicht bedacht hat, dass sich bei der Umgestaltung mögliche neue Zeitfenster ergeben könnten“, formulierte der Beigeordnete seine Erklärung. Später räumte er ein, dass es wenig Sinn mache, die inzwischen 21 Jahre alten Steine der Hochstraße ein weiteres Mal zu nutzen.

  • Krefeld : Weißer Marmorstreifen für die Hochstraße

Im Rahmen der Erneuerung müssen sich die Besucher der Hochstraße auf weitere Veränderungen einstellen. Einerseits verspricht der Dezernent, das Natursteinpflaster an den Randbereichen der Gebäude zu belassen. Andererseits soll sich der Blindenleitstreifen künftig nicht mehr in Weiß, sondern Tiefschwarz – eingefasst von einem schmalen weißen Marmorstreifen – präsentieren. Insgesamt sollen bis zur Fertigstellung der Hochstraße 2700 bis 2800 Quadratmeter neue Pflastersteine verlegt werden. Es ist der selbe Typ Bodenplatte, der auch auf den Gehwegen am Ostwall verbaut worden ist. „Der Stein, wie er bereits auf dem Bürgersteig am Ostwall liegt, ist für die Hochstraße verwendbar und in ausreichender Menge kurzfristig zu bestellen“, ergänzt der Beigeordnete. Einziger Unterschied: Die Platten sind mit einer Größe von 40 x 20 Zentimetern etwas kleiner als das bisher verlegte Modell mit einer Größe von 30 x 50 Zentimetern.

Einige Geschäfte an der Hochstraße in
Einige Geschäfte an der Hochstraße in der Fußgängerzone sind während der Bauarbeiten nur über einen schmalen Weg zu erreichen. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Der aktuelle Zustand der (Wasser-)Leitungen unter der Hochstraße ist – laut NGN – „sehr kritisch“. Dort liegen teilweise alte Graugusswasserleitungen, die unbedingt ausgetauscht werden müssen. „Sollte ein Rohr brechen, stünde der ganze Schwanenmarkt unter Wasser“, so NGN-Geschäftsführer Uwe Linder kurz vor Beginn der Baumaßnahme. Wirtschaftliche Sorgen machen sich auch einige Einzelhändler, die bis in den Herbst mit der Baustelle leben müssen. Christoph Borgmann von der Werbegemeinschaft: „Solche Umbauten in der City sind wie Operationen am offenen Herzen.“