1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

5. Jüdische Kulturtage in NRW - elf Veranstaltungen in Krefeld

Elf Veranstaltungen : Jüdische Kulturtage: „Zuhause – hier“

Mit den 5. Jüdischen Kulturtagen wird NRW-weit der Reichtum und die Vielfalt jüdischer Kultur gewürdigt. Krefeld ist mit elf Veranstaltungen dabei. Das Motto lautet: „Zuhause – Jüdisch. Heute. Hier.“

„Das Signal ist es, die jüdische Kultur zu feiern. Es ist eine solch alte Kultur, die nicht immer nur auf die zwölf Jahre während des Nationalsozialismus und der Shoa reduziert werden darf“, sagt Sandra Franz. Die Leiterin der NS-Dokumentationsstelle Villa Merländer ist die Koordinatorin der Stadt Krefeld für die Jüdischen Kulturtage Rhein-Ruhr, die vom 28. März bis zum 14. April in 15 Städten stattfinden – wie Aachen, Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln, Mönchengladbach oder Wuppertal. Und Krefeld.

Seit 2002 werden die Jüdischen Kulturtage veranstaltet. Es ist das größte Festival jüdischer Kultur in Deutschland. Wurde 2015 das letzte Festival unter dem Namen „angekommen – jüdisches [er]leben“ ausgetragen, so ist das diesjährige Motto: „Zuhause – Jüdisch. Heute. Hier.“ In über 200 Veranstaltungen – wie Ausstellungen, Lesungen, Theateraufführungen, Konzerten oder Begegnungsprojekten – wird  Vielfalt und Bedeutung der jüdischen Kultur in NRW präsentiert. „Zuhause bedeutet, dass die jüdische Gemeinschaft nichts Fremdes ist, sie ist Teil unserer Gesellschaft“, betont Franz.

  • Rabbiner Yitzhak Hoenig, Thomas Hoeps (Kulturbüro),
    Ab dem 28. März in Mönchengladbach : Jüdische Kulturtage mit 14 Veranstaltungen
  • Die Gruppe Yom & Wonder Rabbis
    Veranstaltungstipps : Jüdische Kulturtage sind vielseitig
  • GKK in der Jüdischen Gemeinde (v.l.):
    Ausstellungen in Krefeld : Künstler-Blicke auf jüdische Kultur

Um das vielfältige Festival zum Begriff „Zuhause“ zu realisieren, wurden Kunst- und Kulturschaffende sowie Kulturinstitutionen in den beteiligten Städten eingeladen, sich kreativ zu beteiligen. So sind in Krefeld neben der NS-Dokumentationsstelle Institutionen wie das Werkhaus, der Jazzklub, die Mediothek, die Volkshochschule, die Jüdische Gemeinde und die Gemeinschaft Krefelder Künstler (GKK) dabei. Gemeinsam ist ein abwechslungsreiches Programm mit elf Veranstaltungen in der Seidenweberstadt entwickelt worden, das in Orten wie dem Südbahnhof oder der Synagoge zu erleben ist. Bereits vor dem offiziellen Start des Festivals öffnet die GKK mit einem Dauerprogramm ihre Tore, und zwar an zwei unterschiedlichen Orten: dem Jüdischen Kulturzentrum an der Wiedstraße und der Artothek auf der St.-Anton-Straße. Im Jüdischen Kulturzentrum zeigen ab dem 19. März neun GKK-Künstler  Malereien, Zeichnungen und Installationen, die  zum Motto der  Kulturtage entstanden sind. Bereits vier Tage zuvor, am 15. März, wird eine Ausstellung derselben Künstler mit Arbeiten auf Papier in der Artothek eröffnet. Für eine Lesung zur Vernissage ist der Schauspieler Matthias Oelrich ab 20 Uhr zu Gast.

Ein Highlight der Kulturtage in Krefeld ist der Auftritt des Omer-Klein-Trios am 7. April, 20 Uhr, im Jüdischen Kulturzentrum, dessen Stil sich von Modern Jazz bis zu orientalischer Volksmusik erstreckt. „Dass wir eine solche Jazz-Größe für Krefeld gewinnen konnten, ist nicht selbstverständlich“, erklärt Sandra Franz stolz.

Das Ziel des  Festivals ist es, auch jüngere Leute anzusprechen. Zwar gibt es eher klassische Themen wie den Vortrag zur expressionistischen Dichterin Else Lasker-Schüler, den Ulrike Schrader, Leiterin der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal, am 11. April, 19 Uhr, in der VHS präsentiert. Doch es gibt auch einen Begegnungsabend für Schüler am 4. April, 17 Uhr, im Stadttheater. Hier sollen jüdische, muslimische und christliche Jugendliche zueinanderfinden und herausfinden, worin sie sich unterscheiden und ob diese Unterschiede  gravierend sind. Zum Abschluss des Festivals startet eine Party am 13. April ab 22 Uhr im Düsseldorfer Festivalzentrum an der Alten Kämmerei bei DJ-Set und Live-Musik.