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Krefeld: 300 deutsche Krimis für die Mediothek

Krefeld : 300 deutsche Krimis für die Mediothek

An ihren Postboten hat Ina Coelen nicht gedacht, als sie die Organisation für die Jury des Friedrich-Glauser-Krimipreises übernommen hat. Ihre Aufgabe war es, die Neuerscheinungen der deutschen Krimiliteratur auf Wettbewerbsbedingungen abzuklopfen - ob es wirklich druckfrische Bücher sind, die Autoren Deutsche, auch wenn sie unter international klingendem Pseudonym schreiben... Mehr als 1000 Bücher sind so innerhalb von drei Jahren zusammengekommen, die der Postbote geschleppt und Ina Coelen gelesen oder zumindest gesichtet hat. Ein Drittel davon hat sie jetzt der Mediothek gestiftet.

"Manche hätte ich gerne noch in Ruhe gelesen, aber ich kann sie ja dann ausleihen", sagt Coelen, die das Café direkt neben der Mediothek betreibt und auch selber schreibt. Mehr als 100 Kurzkrimis hat sie verfasst, zwei Regionalkrimis, zwei gemeinsam mit der Autorenkollegin Ulrike Renk. Zuletzt hat sie ein Kochbuch mit griechischen Rezepten und Geschichten verfasst.

Der Glauser-Preis ist anders als der Deutsche Krimipreis nicht dotiert. "Aber er ist ein Gütesiegel, das Bestseller machen kann. Für Coelen ist ein Krimi gut, wenn er Blicke in unbekannte Welten wirft. "Ein guter Stil und wenn ich in eine Welt gezogen werde, die nicht meine ist, die mich aber fasziniert, dann ist das eine tolle Qualität", sagt sie. In diesem Jahr sind Erfolgs-Apps, IT-Branche, Start-up-Unternehmen als Themen dabei. Der Jury gibt Coelen Tipps, welche Krimis sie für Long-List-tauglich hält. Öffentlich darüber reden darf sie nicht. Und natürlich hat sie nicht alle Bücher komplett durchgelesen. "Wenn ein Buch einen nach 50 Seiten nicht gepackt hat, ist es nicht gut", sagt. Und eine Erfahrung hat sie auch aus ihrer Verlagsarbeit gemacht: "Blaue Cover kommen bei Krimilesern besser an. Warum das so ist, weiß ich nicht. Aber es stimmt."

(RP)