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20.000 Mini-Jobber in Krefeld leiden unter Folgen der Corona-Pandemie

DGB in Krefeld : 20.000 Mini-Jobber in Krefeld leiden unter Folgen der Corona-Pandemie

Minijobber bekommen kein Kurzarbeitergeld. Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert deshalb eine Reform der Sozialversicherung für geringfügig Beschäftigte. Die meisten´Minijobber arbeiten in der Reinigungsbranche.

Minijobber haben keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld und sind von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie hart betroffen. Das ruft den Deutschen Gewerkschaftsbund Ortsgruppe Krefeld auf den Plan. „Die Corona-Krise legt die Schwächen unseres deregulierten Arbeitsmarktes offen. Neben dem Missbrauch von Werkverträgen und Leiharbeit auch den Niedriglohnsektor ohne soziale Absicherung. Nach der Krise dürfen wir nicht wieder zur Tagesordnung übergehen. Wir müssen wieder zurück zur sozialen Marktwirtschaft“, erklärte der Vorsitzende des DGB Krefeld, Phillip Einfalt, am Mittwoch.

Minijobber seien besonders hart von der Corona-Krise betroffen. Viele verlören ihre Arbeit ohne Absicherung. Da Minijobber keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zahlten, entfalle ihr Anspruch auf Kurzarbeitergeld. In der Sozialversicherung seien Minijobs eine Besonderheit, da für die Beiträge geringfügig Beschäftigter in die Sozialversicherung andere Regeln gelten als für regulär Beschäftigte. Das betreffe auch die Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung, so Einfalt.

Nach Angaben der Argentur für Arbeit gibt es in Krefeld (Stichtag 30.September 2019) 20.528 Minijobber. 63,1 Prozent sind Frauen. 36,9 Prozent Männer. Davon übten 12.877 ausschließlich einen Minijob aus. 9338 haben einen Berufsabschluss und 1402 einen akademischen Abschluss. Insgesamt sind 52,3 Prozent Fachkräfte (10.740). An der Spitze der Minijobs standen in Krefeld im September 2019 folgende Tätigkeiten: Reinigung 3789 Beschäftigte, Büro und Sekretariat 2188 Beschäftigte, Verkaufsberufe 2141 Beschäftigte,  Gastronomie 1800 Beschäftigte, Verkehr und Logistik 1095 Beschäftigte.

Der DGB fordert, Minijobs ab dem ersten Euro Einkommen voll in die Sozialversicherung einzubeziehen. Ein möglicher  Weg zur Umsetzung sei die Erweiterung der Gleitzonenregelung, die es schon bei den Midijobs gebe. Die Gleitzonenregelung umfasse aktuell Einkommen zwischen 450,01 und 850 Euro und wäre auf den Bereich der Einkommen von 1 bis 850 Euro zu erweitern, schlägt der Gewerkschaftsbund vor. Die anfallenden Sozialversicherungsbeiträge sollten so verteilt werden, dass der Anteil der Beschäftigten schrittweise steige, während die Belastung für die Arbeitgeber sinke. Ab 850 Euro gelte dann die paritätische Finanzierung. „Die Beiträge erbringen individuell zurechenbare Ansprüche in die Sozialversicherung. So werden alle Beschäftigten vollständig in die Systeme der sozialen Sicherung eingebunden. Auch der Anspruch auf Kurzarbeitergeld“, folgerte Einfalt.