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200 Stahlarbeiter in Krefeld protestieren gegen Stellenabbau bei Outokumpu

Wirtschaft in Krefeld : 200 Stahlarbeiter protestieren gegen Stellenabbau

Die angekündigten Maßnahmen des finnischen Stahlkonzerns Outokumpu werden am Standort Krefeld weder von der betrieblichen Interessenvertretung noch von der Tarifvertragspartei IG Metall mitgetragen.

Mehr als 200 Beschäftigte des finnischen Stahlkonzerns Outokumpu mit Werk in Krefeld protestierten gestern über die Pläne des Vorstands, 1000 Stellen weltweit – davon 105 in Krefeld – abzubauen und weitere Leistungen zu reduzieren oder gleich ganz zu streichen. Freitag, der 13., sei ein schwarzer Freitag für Outokumpu Nirosta in Krefeld, erklärte die Zanda Martens, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall, in Anbetracht der  Restrukturierungspläne, die das Unternehmen vergangene Woche angekündigte habe. Die  Beschäftigten, die Betriebsräte und die IG Metall werten dies als einen unverblümten Angriff auf die Tarifverträge, Mitbestimmung und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Die notwendige Kosteneinsparung wolle das Unternehmen allein zulasten der Beschäftigten erzielen. Dafür habe es betriebsbedingte Kündigungen angedroht, um die bereits fest eingeplanten 105 Arbeitsplätze abzubauen. Es wolle heute schon das Tarifergebnis von 2021 in der Stahlindustrie nicht akzeptieren und stelle die Zahlung des tariflichen Weihnachtsgelds in Frage. Alle Auszubildenden, die ihre Ausbildung abschließen, würden nicht übernommen, berichtete Zanda Martens.

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Die angekündigten Maßnahmen bei Outokumpu werden weder von der betrieblichen Interessenvertretung noch von der Tarifvertragspartei IG Metall mitgetragen. Outokumpu müsse sich von seinen Maximalforderungen verabschieden und sich erst der Realität stellen. Für den Personalabbau seien ein Sozialplan und ein Interessenausgleich erforderlich, die erst noch zu verhandeln seien. Auch die jetzt geplanten Abweichungen von geltenden Tarifverträgen bedürften auf jeden Fall der Verhandlungen mit und vor allem der Zustimmung der IG Metall. Ob, wann und mit welchem Mandat die IG Metall über die Abweichungen von Tarifverträgen mit Outokumpu verhandeln werde, stehe noch nicht fest. Solange gelte aber der Grundsatz, dass Verträge einzuhalten seien, betonte die Gewerkschaftssekretärin und Juristin.

Die Belegschaft reagiert entsetzt wegen der angekündigten finanziellen Einschnitte und der drohenden Arbeitsplatzverluste. Deshalb folgten 200 Beschäftigte dem Aufruf der IG Metall Krefeld und versammelten sich gestern zu einer ersten kurzfristig einberufenen Protestkundgebung, um ein klares Zeichen ihres Widerstands gegen die geplanten Maßnahmen in Richtung der Unternehmensleitung zu setzen. Die aufgebrachte Stimmung in der Belegschaft und die rege Teilnahme an der Protestkundgebung machten deutlich, dass die Beschäftigten den Ernst der Lage erkannt hätten, sagte Zanda Martens.