200 Jahre Vagedes, 100 Jahre Bauhaus, 40 Jahre Jazzklub Krefeld: Da steckt Musik drin.

Musik in Krefeld : Jazzklub feiert die Stadtjubiläen

200 Jahre Vagedes, 100 Jahre Bauhaus, 40 Jahre Jazzklub: Da steckt musikalisches Pontenzial drin.

Auf irritierte Blicke ist Florian Funke gefasst. Darauf baut der Vorsitzende des Krefelder Jazzklubs sogar: Wer stutzt, guckt genauer hin. Und zum 40-jährigen Bestehen will der Jazzklub nicht nur musikalisch, sondern auch optisch und inhaltlich Zeichen setzen, um mehr Leute zu erreichen, als sein seit Jahren treues, jazzgeneigtes Publikum. Deshalb stellt sich das Programm für das zweite Quartal als Hingucker dar: Auf dem skizzenhaften Stadtplan von Krefeld liegt schräg  ein blaues Raster, in dem die Namen derKünstler, die Klub erwartet, zu tanzen scheinen: Das freie Moment des Jazz trifft auf klare Strukturen. Denn die blauen Linien markieren den Vier-Wälle-Plan, den Vagedes 1819 für die Krefelder  Innenstadt entworfen hat.

Funke ist Designer, und für den modernen Auftritt hat der Klub eine Kooperation mit den 3D-Visualisieren „Weltenweber“ geschlossen. „Wir reihen uns in die Jubiläen ein, und wir wollen zeigen, dass Krefeld nicht nur Bauhaus-Tradition zu bieten hat“, sagt Funke. 200 Jahre Vagedes, 100 Jahre Bauhaus, 40 Jahre Jazzklub – das hat für ihn vieles miteinander zu tun. „Das alles ist Stadtkultur.“ Und weil sich im Jazz stärker als in jeder anderen Kunstform die unterschiedlichsten Ingredienzen zu einer neuen Form verbinden lassen, hat der Klub diese verschiedenen  Facetten Krefelds einfach übereinandergelegt und festgestellt: „Es passt“.  Jazz erfordere ebenso wie Bauhaus den Mut, Dinge neu zu denken. „Aber das hat auch schon Vagedes getan. Die Stadt hat Vagedes verpasst.“

Hinter der optischen Offensive, für der Klub mit  steckt der Wunsch, auch jüngere Leute neugierig zu machen. „Unsere Reihe in Schulen trifft immer auf gute Resonanz. Wenn die jungen Leute hören, was Musik kann, sind sie sehr aufgeschlossen. Und es gibt eine sehr gute, junge Jazzszene. Deshalb bemühen wir uns, frischen und neuen Jazz zu uns zu holen. Und: Wir haben  jetzt auch einen Youtube-Kanal mit Trailern.“

Die nächsten Konzerttermine: Die Saxofonistin Ingrid Laubrock, die mit Lob und Kritikerpreisen reich dekoriert ist, kommt am heutigen Donnerstag, 9. Mai, um 20.30 Uhr in den Jazzkeller, Lohstraße 92. Ein ganz junges Trio ist das Sol Jang International Project, das am Donnerstag, 13. Juni, in den Keller kommt. Für den Jazz an einem Sommerabend hat der Jazzklub Michael Wollny eingeladen.

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