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Pferde in Region Krefeld geköpft: 17-jährige Tierquälerin muss vor Gericht

Pferde in Region Krefeld geköpft : 17-jährige Tierquälerin muss vor Gericht

Über Wochen hat eine 17-jährige Tierquälerin die Region Krefeld mit ihren Taten geschockt: Sie tötete drei Tiere, köpfte zwei von ihnen, verletzte weitere schwer. Nun hat die Staatsanwaltschaft Krefeld Anklage erhoben.

Die junge Krefelderin muss sich vor dem Jugendschöffengericht am Amtsgericht Krefeld verantworten. Wann der Prozess beginnt, steht noch nicht fest.

Auf Anfrage unserer Redaktion erklärte Staatsanwältin Anna Stelmaszczyk: "Wir haben in drei Fällen Anklage erhoben: Für den geköpften Schafsbock Piet, das Pony Sindbad und das getötete Schaf."

"Warten noch DNA-Ergebnis ab"

Weitere Tiere wurden zwar verletzt, doch gebe es keine Beweise, dass die 17-Jährige auch für diese Taten verantwortlich sei. "Die Verfahren haben wir eingestellt", sagte Stelmaszczyk. "Nur in einem Fall läuft noch eine DNA-Untersuchung — die warten wir noch ab."

Im Falle einer Verurteilung erwartet die Krefelderin "alles, was im Jugendgerichtsgesetz möglich ist. Arbeitsstunden, Trainings, Jugendstrafen auf Bewährung und ohne." Da sie vorher strafrechtlich nicht auffällig war, gehe Stelmaszczyk nicht von der Höchststrafe aus. "Ausschließen kann man aber nichts."

Wochenlang Aufruhr in der Region

Über Wochen hatten die Fälle von Tierquälerei die Region Krefeld in Aufruhr versetzt. In der Nacht vom 23. auf den 24. Mai wurde der Schafbock Piet auf dem Krefelder Kinderbauernhof "Mallewupp"' geköpft.

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Die Tat schockierte besonders, weil Kinder und Betreiber des Hofes ein sehr emotionales Verhältnis zu ihren Tieren haben. Der Täter hinterließ Tage danach zwei Bekennerschreiben, die jeweils mit "Euer Tierquäler" unterzeichnet waren.

Freiwillig in Therapie

In der Nacht vom 30. auf den 31. Mai wurden zwei Pferde auf einer Weide in Krefeld-Traar verletzt. In der Nacht vom 5. auf den 6. Juni wurde wiederum in Traar das Pony Sindbad geköpft. Dieses Tier wurde mit großer Kraft über eine Straße gezogen. Am 13. Juni wurde in Moers Shetlandpony Amy mit Stichen verletzt — das Tier überlebte.

Nachdem zunächst ein Mann der Taten verdächtigt wurde, konzentrierten sich die Ermittlungen bald auf die 17-jährige Krefelderin. Sie gestand schließlich die Taten und befindet sich derzeit auf freien Wunsch in einer therapeutischen Einrichtung außerhalb von Nordrhein-Westfalen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Fälle von Tierquälerei in NRW

(nbe)