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Tierquälerei in Krefeld: 17-Jährige soll Schaf und Pony geköpft haben

Tierquälerei in Krefeld : 17-Jährige soll Schaf und Pony geköpft haben

Polizei und Staatsanwalt glauben: Eine Jugendliche hat die Tierquälereien am Niederrhein begangen. Endgültige Sicherheit soll der Spurenabgleich durch das Landeskriminalamt bringen.

Wie unsere Redaktion erfuhr, soll es sich bei dieser Tatverdächtigen auch um jene junge Frau handeln, die bereits am Morgen des 6. Juni nach der Tötung von Pony Sindbad am Luiter Weg in Krefeld-Traar gesehen worden war. Ein Zeuge berichtete der Polizei, dass eine "etwa 17 Jahre alte Frau" mit dem Fahrrad in der Nähe des Tatorts unterwegs war und ihm gesagt habe, sie müsse zur Arbeit. Die Krefelder Polizei rief diese Minderjährige wenige Tage später über die Medien auf, sich zu melden.

Tierquälerei in Krefeld: 17-Jährige soll Schaf und Pony geköpft haben
Foto: Thomas Lammertz

Die Krefelderin erschien dann auf der Wache, verstrickte sich aber bei ihrer Aussage so in Widersprüche, dass die Polizei sie Anfang dieser Woche teilweise überführen konnte. Ein volles Geständnis über die Tötung und Verletzung aller Tiere gibt es aber von der Jugendlichen noch nicht. Weder Polizei noch die Staatsanwaltschaft wollen sich zur Person näher äußern — weil sie noch minderjährig ist.

Die Ermittler halten es für sehr unwahrscheinlich, dass es zu neuen Fällen von Tierquälereien durch diese Person kommt. Die Minderjährige ist laut Polizei in der Obhut ihrer Familie, eine "stabilisierende Wirkung" sei vorhanden. Ein Psychologe wird sie untersuchen, auch die städtischen Dienststellen seien unterrichtet. Das Landeskriminalamt wird jetzt die Spuren von den Tatorten mit den Spuren der hochgradig Tatverdächtigen vergleichen.

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Auch die Kleidung der Minderjährigen muss untersucht werden — nicht auszuschließen ist, dass sich dort weitere Fellspuren finden lassen, die auf Verletzungen von weiteren Tieren hinweisen. Falls am Ende tatsächlich die Minderjährige für die Tiertötungen verantwortlich ist, wird der Fall nach dem Jugendgerichtsgesetz behandelt — im Extremfall erwartet sie Jugendarrest. Laut Staatsanwaltschaft müsse eine "besondere Schwere der Schuld" oder eine "schädliche Neigung" festgestellt werden.

Freigelassen wurde inzwischen der erste Tatverdächtige, der am vergangenen Samstag festgenommen worden war. Zum Zeitpunkt der Festnahme habe laut Staatsanwaltschaft alles darauf hingedeutet, dass er es gewesen sei. Der Verdacht habe sich dann "weiter abgeschwächt". Es sei auch noch keine Verbindung zwischen der Tatverdächtigen und dem Mann festgestellt worden. Technische Ermittlungen stünden aber noch aus. Es gebe "zunehmend entlastende Momente", so dass der Krefelder wieder auf freiem Fuß ist.

Am kommenden Dienstag wollen sich Staatsanwaltschaft und Polizei in einer Pressekonferenz zu den Details äußern. Der Krefelder Staatsanwalt Axel Stahl betonte am Donnerstag, dass es nicht der Unwille zur Aufklärung sei, der die Behörden bei der Herausgabe von Details zögern lässt. "Wir haben eine besondere Fürsorgepflicht gegenüber einer Minderjährigen." Deshalb würden in der Pressekonferenz am Dienstag keine Details zur Person mitgeteilt. Stahl hofft auch, dass es zu keiner Hetzjagd auf der Kommunikationsplattform "Facebook" kommt.

(RP/anch/das/csi/top)