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Notarzt-Einsatz in Krefeld-Hüls: 15 Stiche: Jetzt spricht der Paketbote

Notarzt-Einsatz in Krefeld-Hüls : 15 Stiche: Jetzt spricht der Paketbote

Am Mittwoch ist ein Paketbote im Stadtteil Hüls von einem Schwarm Wespen angegriffen und 15 Mal gestochen worden. Der Mann wird im Krankenhaus behandelt. "Ich habe Stiche am ganzen Körper", sagte er unserer Redaktion. Schädlingsbekämpfer beseitigen die Wespen.

Wie die Feuerwehr Krefeld auf Anfrage bestätigte, war der Mitarbeiter der Post auf der Leidener Straße in Hüls unterwegs, als er im Bereich eines Hauseingangs plötzlich von einem Schwarm Wespen angegriffen wurde.

Der Paketbote Nasser El Manichi wurde von der Attacke überrascht, wie er unserer Redaktion berichtete: "Ich habe Stiche am ganzen Körper. Die meisten aber am Kopf."

Verzweifelter Kampf

Zehn Minuten kämpfte er verzweifelt gegen die Tiere an. "Das waren bestimmt 50 oder 60 Wespen, die mich angegriffen haben. Vielleicht aber auch mehr. Ich war ja so fixiert auf meine Arbeit."

Er zog sich den Pulli aus, rannte weg - es nützte alles nichts. Die Tiere saßen auf seinem Kopf, flogen in die Hose. "Die Stiche tun noch immer weh." Auch Stunden nach dem Angriff.

Der Mann wurde bei dem Angriff 15 Mal gestochen. "Wir haben einen Notarztwagen geschickt, da man nie weiß, wie die Menschen auf Stiche reagieren. Das kann ja bis zum Atemstillstand gehen", sagte Feuerwehr-Sprecher Manfred Boters.

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Löschfahrzeug sperrt Bereich ab

Auch die Einsatzkräfte der Feuerwehr wurden durch die Wespen in ihrer Arbeit behindert. Ein Löschfahrzeug sperrte den Bereich mit Flatterband ab, damit nicht weitere Menschen gestochen werden.

Neben Notarzt und Löschfahrzeug war auch ein Rettungswagen in Hüls vor Ort. Da der Hausbesitzer nicht anzutreffen war und derzeit offenbar im Ausland weilt, hat die Feuerwehr eine sogenannte Ersatzvornahme erwirkt. Mit dieser hat die Feuerwehr einen Schädlingsbekämpfer beauftragt, das Nest am Hauseingang beseitigen.

Zuvor musste indes abgeklärt werden, ob es sich um eine bedrohte und schützenswerte Wespen-Art handelt. "Das Krefelder Umweltamt hat uns bestätigt, dass dies nicht der Fall ist. Die Bekämpfung geschieht in diesen Minuten", sagt Boters. Der Vorgang könne noch ein bis zwei Stunden dauern.

Dem Paketboten geht es gesundheitlich den Umständen entsprechend gut. Er liegt derzeit auf der Intensivstation im Krankenhaus Hüls.

Gefährliche Wespenplage

Fälle wie der aktuelle aus Hüls haben sich in diesem Jahr bereits hundertfach ereignet. Kerstin Braß von der Krefelder Schädlingsbekämpfungs-Firma Calmund und Riemer erklärt: "2013 ist ein besonders schlimmes Jahr."

So viele Wespen und so viele Aufträge zur Bekämpfung von Wespennestern hätten sie noch nicht gehabt. Im Schnitt seien in den vergangenen drei Monaten bis zu 100 Aufträge zur Bekämpfung telefonisch eingegangen - und das täglich.

Wespen werden getötet

Außergewöhnlich laut Braß ist nicht nur die Tatsache, dass es in diesem Jahr sehr viele Nester gegeben hat: "Die Anrufer berichten uns, dass sie teilweise mehrere Nester am Haus gefunden hätten."

Rücken die Schädlingsbekämpfer aus, werden die "Wespen nicht entfernt, sondern bekämpft". Mit anderen Worten: getötet. Dies geschieht mit einer Dosis eines insektiziden Mittels, die unter Hochdruck in das Nest gepumpt wird. "Dann sterben die Tiere innerhalb weniger Tage."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Krefeld: Wespen-Angriff auf Paketboten

(nbe)