Krefeld: 15-Jährige zur Prostitution gezwungen

Krefeld: 15-Jährige zur Prostitution gezwungen

Ein 21-Jähriger musste sich wegen Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung vor dem Krefelder Schöffengericht verantworten. Er wurde zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

Die Verteidigung hatte einen Freispruch beantragt, die Staatsanwältin drei Jahre Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann eine 15-Jährige gezwungen hat, der Prostitution nachzugehen. Der Angeklagte soll der damals 14-Jährigen versprochen haben, mit ihr eine Beziehung zu führen, wenn sie nach Deutschland komme. Daraufhin hatte sie den Reisepass ihrer Schwester in Rumänien gestohlen und war damit nach Deutschland gekommen. Im Juli vergangenen Jahres habe der Mann sie abgeholt und in ein Haus auf der Oppumer Straße gebracht.

Nach wenigen gemeinsamen Wochen, so die Anklage, wurde sie von ihm zur Prostitution aufgefordert. Da war sie gerade 15 Jahre alt. Ihren Widerstand habe er mit Schlägen gebrochen und die Tageseinnahmen von 300 Euro komplett einkassiert. Der Mann soll die Minderjährige außerdem im Haus festgehalten haben, das auch von seinen Schwestern bewacht wurde. Weil das Opfer noch minderjährig war, fand die Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht statt. Die Öffentlichkeit wurde kurz nach Verlesung der Anklageschrift für mehrere Stunden ausgeschlossen: Da der 21-Jährige die Vorwürfe abstritt, musste das Opfer gehört werden. Die 16-Jährige war zu der Hauptverhandlung aus Rumänien angereist. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(BL)
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