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Krefeld: 14-Jähriger feiert Erfolge im Hip-Hop-Tanz

Krefeld : 14-Jähriger feiert Erfolge im Hip-Hop-Tanz

Can Berdermann tanzt Breakdance, seit er drei Jahre alt ist. Inzwischen hat er auch die Lust an Hip-Hop entdeckt. Bei den Dutch Open belegte er jetzt den zweiten Platz. An Choreografien bastelt er ständig weiter.

Ein Leben ohne Tanzen ist für Can unvorstellbar. Schon mit drei Jahren machte er seine ersten Schritte im Breakdance, inzwischen ist er 14 und einer der erfolgreichsten Tänzer Deutschlands. Einen seiner größten Erfolge hatte er nun bei den Dutch Open — erstmals in der Disziplin Hip-Hop, die er vor rund einem Jahr für sich entdeckt hat.

Seine Mutter betreibt eine Tanzschule

Aber von vorne: Cans starke Verbindung zum Tanzen rührt sicher auch daher, dass seine Mutter eine Tanzschule in Krefeld betreibt. "Mein Sohn ist fast jeden Tag hier, um zu trainieren, das ist natürlich toll für mich", sagt Mine Berdermann, Inhaberin von Mine-Sports an der Vereinsstraße. Als sie merkte, welches Talent in ihrem Sohn steckt, suchte sie ihm Privatlehrer.

Mit acht Jahren begann er schließlich das professionelle Tanzen. "Ein halbes Jahr habe ich Hip-Hop in der Gruppe getanzt, dann für zwei Jahre Breakdance und anschließend habe ich zu Lateinamerikanischen Tänzen gewechselt", erzählt Can. Doch auf Dauer machte ihm das keinen Spaß mehr. "Die Breakdance-Szene ist einfach viel schöner, das Konkurrenz-Denken ist da auch nicht so stark", sagt der 14-Jährige dazu.

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Schon bei Weltmeisterschaften dabei

So fand er zum Breakdance zurück, nahm an bundesweiten Wettbewerben teil. Sein größter Erfolg: 2012 nahm er bei der Weltmeisterschaft Junioren-Breakdancer bei den Zwölf- bis 15-Jährigen teil. Darüber hinaus ist Can, seit er elf ist, Trainer der Breakdance-Crew. Damit denkt er sich auch die Choreografien aus und schneidet die Musik dazu selbst zusammen. "Das lief natürlich nicht immer ohne Diskrepanzen, weil nicht alle sofort hinnahmen, von einem Jüngeren trainiert zu werden", sagt Berdermann. Doch Can konnte sich durchsetzen und führte "seine" Tanzcrew beispielsweise 2012 zum Vize-Meister-Titel.

Vor rund einem Jahr bekam der Schüler des Gymnasiums am Stadtpark auch wieder Lust auf Hip-Hop. "Die Musik fließt dabei durch den Körper wie das Blut und man muss nicht lange überlegen, sondern tanzt einfach drauf los", sagt Can. Beim "Tanzrausch", einem Tanzwettbewerb speziell für Hip-Hop-Solotänzer, belegte er 2013 den ersten Platz. "Er ist jetzt mit dem Hip-Hip so weit, dass er besonders positiv auffällt", sagt Berdermann, die derzeit als einzige Frau bei Breakdance-Wettbewerben bewertet, "judgen" heißt das im Fachjargon.

Tanzen hat Vorrang vor der Schule

Doch das intensive Tanztraining sowie die Wettbewerbe nehmen beim 14-Jährigen viel Raum ein. Die Schule hat er bewusst schleifen lassen, dafür wiederholt er ein Jahr, steht jetzt aber nicht mehr so unter Lerndruck. Auf das Tanzen will Can eben nicht verzichten. "Es ist toll, wenn beim Tanzen die ganze Aufmerksamkeit auf einem allein liegt", sagt Can.

Demnächst — wenn er im März 15 Jahre alt wird — kommt er in eine neue Altersklasse. Hier sind die Tänzer allerdings viel stämmiger. Seit einem halben Jahr spielt er American Football, um selbst mehr Muskelmasse aufzubauen. Später will er eine Tanzausbildung machen und vielleicht im Theater tanzen oder Punktrichter werden.

(RP)