1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

Krefeld: 100 Jahre Krefelder Hof

Krefeld : 100 Jahre Krefelder Hof

Mit einem Tag der offenen Tür feiert das Parkhotel Krefelder Hof seinen hundertsten Geburtstag. Das vom Ostwall in den Büschgens-Park an der Uerdinger Straße verlegte Hotel spiegelt die wechselvolle Stadtgeschichte Krefelds.

Das Parkhotel Krefelder Hof feiert am Sonntag, 3. Juli, mit einem Tag der offenen Tür 100. Geburtstag. Hoteldirektor Henning Michel und sein Team lassen an diesem Tag die Gründungszeit des traditionsreichen Krefelder Hotels aufleben. Im Kellerfundus hat Vizedirektor Sascha Hampe interessante Fundstücke aus alter Zeit ausgegraben. Zahlreiche Krefelder Bürger haben historische Zeitzeugnisse wie Bilder, Urkunden, Eintrittskarten, Kleidungsstücke oder zeitgenössische Gebrauchsgegenstände ausgeliehen, die das Hotel in zwei extra hergerichteten Räumen als Zeitreise von 1911 bis heute vorstellt.

Hotelbau für prosperierende Stadt

Die Geschichte des Parkhotels Krefelder Hof reicht zurück in das Jahr 1910, als der Gesellschaftsvertrag für die Crefelder Hotel Aktiengesellschaft urkundlich bestätigt wurde, die unter ihrem Aufsichtsratsvorsitzenden Moritz de Greiff die erste ihrer Art in Deutschland war. Krefelds Einwohnerzahl war auf 130 000 Menschen gestiegen, die Eingemeindungen von Linn, Bockum und Oppum hatten der Stadt ausreichende Erweiterungsflächen für Industrie und Gewerbe gebracht, der neu eröffnete Rheinhafen verstärkte den Güteraustausch der prosperierenden Großstadt, der noch ein repräsentatives Hotel fehlte. Architekt des für die damaligen Verhältnisse hochmodernen Hotelneubaus war der Berliner Otto Rehnig, der auch das Berliner Grand Hotel Esplanade gebaut hatte. Im Feuersturm des englischen Luftangriffs auf die Krefelder Innenstadt 1943 brannte auch der Crefelder Hof aus. Nach dem Krieg diente er den britischen Besatzern als Hauptquartier.

1950 wurde das Hotel wiedereröffnet, zunächst nur mit einer renovierten Etage. Bis Ende des Jahrzehnts folgten zwei weitere Etagen. In diesen Jahren war der Krefelder Hof besonders durch seine fünf Nächte hintereinander stattfindenden Karnevalsbälle berühmt. In dem 1955 eröffneten "Krefelder-Hof-Café" hatte die Krefelder Presse ihren täglichen Stammtisch.

Abriss für Horten

Mitte der 60er Jahre warf die Kaufhauskette Horten ein Auge auf das verkehrsgünstig gelegene Hotel. 1967 begann Horten mit der Planung eines Warenhauses mit der typischen Fassade des Architekten Eiermann, der auch den Anbau der Ruine der Berliner Gedächtniskirche errichtet hatte. Im Juli 1968 verabschiedete der Krefelder Hof seinen letzten Gast. Nur vier Wochen später zogen an der heutigen Stelle im Büschgens Park an der Uerdinger Straße die ersten Gäste in das neu eröffnete Parkhotel Krefelder Hof ein. 1974 wird dort der zweite Bettenturm errichtet. Heute gehört das renommierte Vier-Sterne-Hotel zu der Mercure-Markenlinie des Accor-Konzerns. Das Horten-Haus steht leer. Niemand weiß, was aus ihm wird. Viele alte Krefelder bedauern noch heute den Abriss des alten Krefelder Hofes, der der bedeutsamen Kreuzung Ostwall/St. Anton-Straße ein einprägsames Bild gegeben hatte.

(oes)