1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

1. Komische Nacht in Krefeld - Unterwegs im Gefolge von Johannes Schröder

Comedy in Krefeld : Komische Nacht - Marathon mit Lehrer Schröder

Die Erste Komische Nacht in Krefeld war ein Erfolg. Die Künstler mussten sich immer auf wechselnde Lokale und Stimmungspegel einstellen. Was hier zündete, wurde dort zum „Rohrkrepierer“. Eine Comedy-Tour  durch Krefeld im Gefolge von Herrn Schröder.

Fünf Locations, fünf Künstler, die dazwischen pendeln, und über 400 begeisterte Besucher. Die Komische Nacht, die es bereits in über 40 Deutschen Städten in ähnlicher Form gibt, war bei ihrer Erstauflage in Krefeld ein großer Erfolg. So unterschiedlich die Künstler, so verschieden waren auch die Auftritte an den verschiedenen Orten.

Was für die Besucher ein großer Spaß mit viel Abwechslung und vielen unterschiedlichen Künstlern ist, ist für diese Schwerstarbeit. Fünfmal gilt es, sich auf ein neues Publikum, auf neue räumliche Begebenheiten und eine veränderte Situation einzustellen. Wir heften uns an die Fersen von Johannes Schröder. Als frustrierter Pauker tourt er mit seinem Programm über Deutschlands Bühnen. In Sachen Komische Nacht hat er Erfahrung: „Der erste Auftritt ist immer etwas schwieriger. Die Besucher haben da noch das Essen vor sich und sind mehr damit, als mit dem Künstler beschäftigt. Da läuft es häufiger mal etwas zäh an“, erzählt er. Seine erste Station ist die Kulisse in der Fabrik Heeder.

Um die Leute ins Boot zu holen, setzt Schröder auf intensives Gespräch mit dem Publikum. Besonders Lehrer und Schüler spricht er an. Denn Schröder tritt als „Lehrer Herr Schröder“ auf. Das passt. Schröder ist wirklich Lehrer und blickt auf zwölf Jahre Berufserfahrung zurück. Aktuell treibt er seine Comedykarriere in Freistellung voran. „Wenn Ihr esst, trinkt oder reinruft: gar kein Problem. Ich bin das gewöhnt. Ich bin Deutschlehrer“, begrüßt er entsprechend jedes Publikum.

Als er vom fiktiven Justin erzählt, der auf Klassenfahrt im Anne-Frank-Haus eine unpassende Bemerkung macht, droht die Stimmung kurz, zu kippen. Doch Schröder bekommt das Publikum schnell wieder hinter sich und zum Lachen. Trotzdem, als er ins Taxi zum nächsten Auftritt sitzt, denkt er darüber nach: „Das war knapp. Der kam überhaupt nicht an. In meinem vollen Programm kommt das viel später, und die Leute wissen, dass ich kein rechtes Gedankengut verbreite“, sagt er selbstkritisch.

Trotzdem bringt er den Spruch im Jazzkeller wieder. Hier zündet die Pointe. Überhaupt kommt der etwas derbere Humor an. Das Publikum hier ist schwierig, was auch die anderen Komiker nach Ende der Tour bestätigen. Das liegt zum teil an der Architektur: Die Säulen neben der Bühne erschweren eine Kontaktaufnahme. Schröder ist unzufrieden. Das ändert sich im Nordbahnhof schlagartig. Der große Raum in der neuen Brauerei ist eng bestuhlt und zum Bersten gefüllt. Sprachlich hochstehende Scherze kommen hervorragend an. Schröder gibt Gas. Als er zu Beginn den Zuschauern erlaubt, „auch raus zu gehen“, weil er das als Lehrer so gewohnt sei, tut ein Mann gleich an der Bühne genau das: Er holt Getränke. „Wie heißt Du?“ fragt Schröder. „Jochen“, lautet die Antwort. „Ich beschäftige mich mit Namen. Wusstet Ihr, dass in der Liste der zehn erotischsten Deutschen Namen der Name Jochen....“, Schröder macht eine Pause, das Publikum johlt, Jochen grinst, „...nicht auftaucht“, fährt Schröder fort. Sofort hat er das Publikum in der Hand. Den Gag bringt er an vier der fünf Orte. So gut wie hier kommt er nirgends an. Das gilt aber auch für seine Aussage, er lebe „am Korrekturrand der Gesellschaft“, oder sei die sprachliche Analyse deutscher Wörter. Jochen ist immer wieder eingebunden. Zu viel? Nach der Show ist der Humorist nachdenklich: „Ich hab ihn viel zu hart rangenommen“, sagt er. Doch just in diesem Moment kommt der Angesprochene heraus und bedankt sich grinsend. „War eine tolle Show, ich komme auch in die Kufa“, sagt er feixend. Dort, in der Kulturfabrik, tritt Schröder am 26. September mit seinen Soloprogramm „World of Lehrkraft“ auf.

An der letzten Station, der Kulturrampe, stellt Schröder sein Programm erneut um. Zu später Stunde bringt er Teile, die bisher außen vor waren. „Es ist gar nicht so leicht, im Kopf zu halten, was ich hier gerade gebracht habe oder bei den vorherigen Auftritten.“ Spaß hat er sichtlich und überzieht - zur Freude der Besucher - um zehn Minuten. Beim letzten Auftritt des Tages kein Problem.

Zurück in der Kulisse treffen sich die Künstler zu einem Umtrunk und diskutieren über die Auftritte. Gegen 23 Uhr ist ihr Arbeitstag ist beendet. Aber am 5. November steigt die nächste komische Nacht in Krefeld. Der Vorverkauf startet bald über die Website www.komische-nacht.de. Dort können sich auch Gastronomiebetriebe bewerben.