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Korschenbroich: Zuckerrüben: Bauern mit Jahrhunderternte

Korschenbroich : Zuckerrüben: Bauern mit Jahrhunderternte

Korschenbroich/Jüchen Die Ernte läuft noch wenige Tage, aber schon jetzt ist klar: Was die Landwirte derzeit von ihren Zuckerrüben-Äckern holen, wird in ihre Geschichtsbücher eingehen. "Wir erwarten eine Jahrhunderternte", sagt Kreislandwirt Wolfgang Wappenschmidt unserer Zeitung. Und das liegt nicht nur daran, dass die Anbaufläche um knapp acht Prozent ausgedehnt wurde. Derzeit geht die Kreisbauernschaft von einer Menge von 14 Tonnen Zucker pro Hektar Anbaufläche aus. Das sind zwei Tonnen mehr als in der Erntephase 2010/2011. Damals kamen die Landwirte außerdem auf insgesamt 71,7 Tonnen Gesamtertrag pro Hektar. Wie hoch diese Zahl 2012 sein wird, steht erst am Ende der Ernte in der kommenden Woche fest.

Gutes Wetter für Rüben

Nicht nur der reine Ertrag an geernteten Rüben wird höher sein, auch deren Zuckergehalt. 18,15 Prozent der Süße wird die Zuckerfabrik Appeldorn, die die Landwirte aus der Region beliefern, aus den Rüben holen. Im vergangenen Jahr waren es 16,76 Prozent Zuckergehalt. Das sind absolute Spitzenwerte. "Auch wenn die Getreideernte 2011 unter dem Durchschnitt lag, sind wir mit unseren großen Kulturen im Jahr 2011 durchaus zufrieden", sagt Wappenschmidt. Die gute Ernte hatte sich bereits im Herbst abgezeichnet.

Dass die Zuckerrüben 2011 so reichlich wuchsen, lag nicht nur an verbessertem Saatgut. Sondern vor allem an der für diese Frucht günstigen Witterung. Zur Aussaat im April gab es viel Sonne, die Pflanzen bildeten tiefe Wurzeln. Und der feuchte August hat für ein sehr ausgeprägtes Wachstum gesorgt. Das lange Zeit trockene Wetter hat den Rüben zudem nicht geschadet, und mitten in der Erntezeit hat es so gut wie keinen Frost gegeben, was die Arbeit erschweren würde.

Durch die reichliche Ernte erhoffen sich die Landwirte auch einen wirtschaftlichen Erfolg. Mit der Marktreform im Jahr 2005 kam eine Marktordnung mit vorgegebener Quote – die Preise wurden gesenkt, um Staaten in Afrika, in der Karibik und im Pazifik in den Markt zu integrieren. "Wir sind guter Hoffnung, dass wir den entsprechenden Ertrag einfahren werden", erklärt Wappenschmidt.

(RP)