Korschenbroich: Zehn Millionen Euro für Altenheim

Korschenbroich : Zehn Millionen Euro für Altenheim

Modernere Pflegeplätze und 18 Altenwohnungen will der Kreis Neuss in seinem Seniorenheim in Korschenbroich schaffen. Dazu muss ein Teil des Komplexes abgerissen werden. An anderer Stelle wird angebaut. Kosten: zehn Millionen Euro. Die SPD sorgt sich, dass dadurch der Pflegesatz steigt.

Zwei Fliegen mit einer Klappe will der Kreis Neuss mit einem Umbau des Altenheims an der Regentenstraße offenbar schlagen. Das 1958 eröffnete und in den 70er Jahren erweiterte Haus soll dem aktuellen Bedarf an Pflegeplätzen und Seniorenwohnungen angepasst werden. Und es soll nach einem Umbau für geschätzte zehn Millionen Euro auch wirtschaftlicher zu betreiben sein.

Das Rezept dafür: Der hintere, zur Arndtstraße hin liegende Trakt wird in 18 Altenmietwohnungen verwandelt. Der Trakt entlang der Regentenstraße bekommt ein viertes Geschoss aufgesetzt und zur Freiheitsstraße einen ebenfalls viergeschossigen Anbau verpasst.

So entstehen die Pflegeplätze neu, die im hinteren Trakt verschwinden. Unterm Strich würde das Haus also seine 115 Pflegeplätze behalten — jedoch dann samt und sonders in modernen Einzelzimmern. Jeweils 18 Bewohner bilden eine Wohngruppe, für die es als Treffpunkt einen Gemeinschaftsraum und auch eine eigene Küche gibt.

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Der Betriebsausschuss des Kreises Neuss hat einem Umbau des Hauses bereits grundsätzlich seinen Segen erteilt. Erste Entwürfe, wie das erneuerte Altenheim einmal aussehen könnte, bekam der Planungsausschuss des Korschenbroicher Stadtrates gestern Abend erstmals von der Kreisverwaltung vorgestellt.

Dabei erfuhren die Politiker unter anderem, dass es nach Einschätzung des Kreises gut viereinhalb Jahre dauern wird, bis das Vorhaben in die Tat umgesetzt ist. Der Kreis will in drei Bauabschnitten vorgehen und so dafür sorgen, dass während des Umbaus sämtliche Bewohner weiter betreut werden können.

Das vierte Geschoss auf dem Trakt entlang der Regentenstraße soll nicht an die Straßenfront heranreichen, sondern nur dem hinteren Teil des Flügels aufgesetzt werden. Kein Problem, findet Korschenbroichs Beigeordneter Rudolf Graaff. Das zusätzliche Geschoss fiele auch nicht höher aus als die benachbarte Niederrheinklinik.

SPD-Ratsherr Albert Richter will nicht nur Bau-Fragen weiter behandeln, sondern auch den Sozialausschuss des Stadtrates mit dem Thema beschäftigen. Denn er sorgt sich um den Pflegesatz. "Wird der nach dem Umbau steigen", wollte Richter wissen. Für Bewohner mit einem geringem Vermögen, so Altenheimleiter Manfred Sommerhäuser, bleibe der Umbau finanziell folgenlos, da sie ohnehin Pflegewohngeld bezögen. Auf andere Bewohner werde ein Teil der Investitionskosten umgelegt — in welcher Höhe, sei jedoch noch nicht zu sagen. Das hänge auch von der Bewertung des Landschaftsverbands Rheinland ab.

(RP)
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