Korschenbroich/Jüchen: Wild: Gefahr aus dem Gebüsch

Korschenbroich/Jüchen : Wild: Gefahr aus dem Gebüsch

In Korschenbroich hat es in diesem Jahr schon mindestens fünf Wildunfälle gegeben. Mehrere Rehe mussten ihr Leben lassen. In Jüchen ist die Lage entspannter, dort gibt es nur Niederwild. Trotzdem sollten Autofahrer aufpassen.

Im Herbst ist die Gefahr, dass plötzlich ein Reh vors Auto springt, besonders groß: Im Rhein-Kreis Neuss hat es in diesem Jahr bereits vier Verkehrsunfälle mit Wildtieren gegeben, bei denen auch Menschen verletzt wurden: "Zwei Fahrer wurden schwer, die beiden andereren leicht verletzt", berichtet Bernd Schmutzler von der Kreispolizeibehörde. Die meisten Unfälle passierten außerhalb geschlossener Ortschaften.

Auch in Korschenbroich gibt es Stellen, an denen Vorsicht geboten ist. "Die Felder sind abgeerntet, die Tiere ziehen in der Morgen- und Abenddämmerung umher, um Futter zu suchen, erläutert Wolfgang Manns, Obmann für Brauchtum beim Hegering Korschenbroich. "Außerdem sind die Tiere in dieser Zeit auf Brautschau", ergänzt der 66-Jährige. Deshalb seien sie noch unberechenbarer als sonst. Allein in seinem Myllendonker Jagdrevier habe es im Frühjahr bereits drei Wildunfälle gegeben.

Übergänge sind tückisch

"Extrem gefährlich sind die Übergangsbereiche zwischen Wald und Feld, wie etwa der Bereich Am Trietenbroich", erläutert Manns. Eine weitere Gefahrenstelle im Myllendonker Revier befinde sich auf der Zollhausstraße: "Die Rehe halten sich direkt vorm Golfplatz auf und wechseln in der Dämmerung zum Waldfriedhof."

Auch das Baggerloch in der Nähe des Schlosses Myllendonk sei für regelmäßige Wildwechsel berüchtigt, sagt Manns. "Allein in diesem Jahr mussten dort schon zwei Rehe ihr Leben lassen." Tückisch sei auch die Kreuzung Pescher Straße/Lichtstraße in Richtung Kleinenbroich.

Der Hegering hat in der Vergangenheit versucht, die Gefahrenstellen durch Wildzäune zu entschärfen. Das habe jedoch nichts gebracht. "Man kann nicht alles einzäunen", betont Manns.

Auch im Bereich des Neersbroicher Jagdreviers lauern Gefahren: "Auf der Neersbroicher Straße Richtung Schloss Rheydt kommt es immer wieder zu Wildwechsel", warnt der stellvertretende Hegeringleiter Karl Ernst Froitzheim. Autofahrer sollten sich auch auf der Korschenbroicher Straße Richtung Mönchengladbach auf eine Kollision mit Wild einstellen. "Besonders gefährlich ist es im Bereich des Volksgartens."

In Jüchen keine Gefahrenstellen

In der Gemeinde Jüchen dagegen sind keine derartigen Gefahrenstellen bekannt. "Wir haben hier nur Niederwild wie Hasen, Fasane, Kaninchen und Tauben", sagt Reinhard Roelen vom Hegering Jüchen. Rehe halten sich ausschließlich auf dem Tagebaugebiet in Garzweiler auf.

Karl Ernst Froitzheim rät allen Autofahrern gerade in der düsteren Jahreszeit langsam und vorausschauend zu fahren und die Straßenränder und Felder im Auge zu behalten.

(RP)