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Korschenbroich: Wieder ein Discounter weniger

Korschenbroich : Wieder ein Discounter weniger

Der Netto-Markt an der Pescher Straße hat geschlossen. Damit verliert Korschenbroich noch einen Discounter. Der ehemalige Markt im Einkaufszentrum Auf den Kempen steht weiter leer. Im Hannen-Center könnte sich etwas tun.

Für die Verbraucher in Pesch ist es erneut eine schlechte Nachricht: Seit der Netto-Markt an der Pescher Straße am 18. Juni seine Pforten für immer geschlossen hat, müssen sich die Kunden umorientieren. "Die Verkaufsfläche war mit 550 Quadratmetern sehr klein", sagt Netto-Sprecherin Christina Styliano. Soll heißen: zu klein für das gut 3500 Artikel umfassende Sortiment des Discounters.

Auch die 34 Parkplätze entsprechen laut Styliano nicht mehr den Kriterien, die Netto an seine Filialen stellt. Das wird die Pescher wenig freuen. Unmut erregte schon die Ankündigung der Sparkasse, ihre Filiale in Pesch im Oktober zu schließen und dort nur noch Service-Automaten für Bankgeschäfte zu hinterlassen. Doch nicht nur in Pesch ist die Discounter-Szene in Bewegung.

Am längsten auf einen Markt vor der Haustüre müssen die Anwohner rund um das Kleinenbroicher Einkaufszentrum "Auf den Kempen" verzichten. Der dortige Lebensmittelmarkt machte vor etwas mehr als einem Jahr dicht. Alle Hoffnungen auf einen Nachfolger haben sich bislang immer zerschlagen. Für den Kaisers'-Markt, der im April seinen Betrieb im Hannen-Center aufgegeben hat, gibt es zumindest "eine Idee". So nannte Uwe von Oppenkowski, Prokurist des Hauseigentümers Ziag Immobilien AG, gestern den Stand der Dinge in Sachen Nachmieter. Verträge seien allerdings noch nicht unterschrieben. Kurz nach dem Auszug von Kaisers' war davon die Rede, dass womöglich ein Bekleidungsgeschäft einziehen könnte.

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Die Konkurrenz für einen Markt mit großer Lebensmittelabteilung ist in Alt-Korschenbroich hart. Die Kombination aus Edeka-Markt und Aldi-Filiale am großen, kostenfreien Parkplatz auf dem Matthias-Hoeren-Platz lockt selbst aus Mönchengladbach Kunden an. Mitbewerber Rewe an der nur wenige hundert Meter entfernten Mühlenstraße will dagegenhalten: Der Planungsausschuss des Rates hat einer Erweiterung der Verkaufsfläche seinen Segen erteilt, sofern Rewe nachweist, das eine Erweiterung nicht dem übrigen Handel schadet. Für Rewe könnte dieser Zug auch interessant sein, da in der Nähe neue Wohngebiete erschlossen werden: Gegenüber dem Bahnhof baut die Deutsche Reihenhaus AG einen Wohnpark. Entlang der L 381 soll das Wohngebiet Korschenbroich-West entstehen, das auf lange Sicht gut 1000 Menschen Heimat bieten soll. Rewe, so hieß es im Ausschuss, wolle zwar die Verkaufsfläche, nicht aber sein Sortiment erweitern. "Rewe ist in Korschenbroich bemüht, den Markt hinsichtlich Standort und Sortiment zu verbessern. Dazu sind Gespräche geführt worden, zu deren Details wir uns zu diesem Zeitpunkt nicht äußern möchten", meinte ein Sprecher der Rewe-Group gestern.

(RP/rl)