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Korschenbroich: Wasserleitung für 4,7 Millionen Euro

Korschenbroich : Wasserleitung für 4,7 Millionen Euro

Noch liegen die dicken blauen Rohwasserleitungen hoch aufgetürmt auf dem Lagerplatz zwischen dem Wasserwerk Lodshof und dem Wasserwerk Hoppbruch. Auf rund sechs Kilometern wird die Niederrhein Wasser GmbH diese Rohwasserleitungen zwischen den beiden Werken unter die Erde bringen.

2010 soll der Bau fertig sein. "Wir werden aus dem Korschenbroicher Feld Wasser entnehmen und zum Wasserwerk Hoppbruch leiten", erklärt Dr. Rainer Hellekes, Vorstand der NVV. Positiver Nebeneffekt: In Herrenshoff und Raderbroich soll die Maßnahme das Grundwasser um zehn bis 30 Zentimeter senken.

Voruntersuchungen bestätigen die gute Trinkqualität des Rohwassers aus dem Korschenbroicher Feld. Doch ehe das nitratfreie Trinkwasser fließen kann, sind Rohrleitungs- und Tiefbauer im Einsatz. "Wo es möglich ist, arbeiten wir in offener Bauweise", sagt Norbert Eßer, Bauleiter der NVV. Das heißt: Die kobaltblauen Rohre aus Gusseisen, die einen Außendurchmesser von 53 Zentimetern haben, werden in Gräben verlegt und anschließend mit Erdreich bedeckt. Die Bauarbeiter fügen außerdem Stahlplatten ein. Die verhindern eine Verdichtung des Bodens und die Entstehung von Schlammwüsten.

Die Korschenbroicher werden die Bauarbeiten spätestens in den Sommerferien bemerken: Dann erreichen die Rohrleger die Innenstadt. Die Terminplanung soll dafür sorgen, dass der Schulbusverkehr nicht behindert wird. An Feld- und Waldwegen soll erst im August mit den Ausschachtungen begonnen werden. Damit will die Stadt die Kiebitze schützen. Mit Landwirten und Anliegern wurde verhandelt. Sie stellen entlang der Strecke rund ein Meter Land zur Verfügung, auf dem gearbeitet werden kann. Spannend wird es an der Rochusstraße, wo Leitungen mit Press- und Spülbohrungen unterirdisch vorangetrieben werden müssen.

Wenn alles fertig ist, kommt auf die verlegten Rohre einiges zu: "Durch die Wasserleitungen werden zwei Millionen Kubikmeter pro Jahr fließen", sagt Detlef Schumacher, Betriebsleiter der mit dem Bau betrauten Niederrhein Wasser GmbH. Das gewonnene Trinkwasser komme nach Korschenbroich und Mönchengladbach.

Das Verlegen der Leitungen kostet 4,7 Millionen Euro. Wenn die Zusammenarbeit weiter so gut laufe, könne Ende des Jahres entkeimt werden, so Schumacher. Dann fließt das Rohwasser von Lodshof nach Hoppbruch.

(RP)