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Korschenbroich: Vorstoß für Bürgerpark in Kleinenbroich

Korschenbroich : Vorstoß für Bürgerpark in Kleinenbroich

Gemeinsam mit Experten hat das Bürgerforum Kleinenbroich die Schaffung einer Grünfläche bei Haus Tabita diskutiert. Bäume und Sträucher sollen einen Ausgleich für die Bebauung am Holzkamp schaffen. Die Verwaltung ist skeptisch.

Eine Menge tut sich rund um Haus Tabita: Entlang der noch gesperrten K 35 n entsteht gerade das Neubaugebiet Holzkamp, bald soll auch ein Kindergarten in der Nachbarschaft des Seniorenhauses gebaut werden. Geht es nach den Plänen des Bürgerforums Kleinenbroich, soll in dem Bereich ein weiteres Projekt angegangen werden. Zwischen Haus Tabita im Süden und dem der Von-Stauffenberg-Straße im Norden böte sich die Möglichkeit, einen Natur- und Bürgerpark zu schaffen. Da am Holzkamp in den nächsten Jahren viele Einfamilien-, Reihen- und Mehrfamilienhäuser entstehen, sei eine solche Grünfläche ein geeigneter Ausgleich für die Bebauung, argumentieren die Befürworter.

Laut Gerd Sack, Sprecher des Bürgerforums, spricht vieles dafür, einen Natur- und Bürgerpark auf der Fläche zu errichten. "Die künftigen Bewohner des Neubaugebiets möchten ein grünes Umfeld", sagt Sack. Nicht nur die Anwohner könnten von dem von ihm auf rund 10 000 Quadratemeter geschätzten Gelände profitieren. Auch die Kinder, die den neuen Kindergarten besuchen, könnten den Park nutzen, um die Pflanzenwelt besser kennenzulernen. Zudem, so Sack, würde eine Grünfläche eine Frischluftschneise erhalten. "Wenn es dort Bebauung gäbe, würde die Schneise wegfallen. Das würde bedeuten, dass die Luft während Hitzeperioden steht." Ein weiteres Argument für einen Park: Die Stadt könne das Projekt kostenneutral umsetzen. Planerisch sei ein Park dort möglich: Das Gebiet sei als Gemeindebedarfsfläche im Flächennutzungsplan ausgewiesen.

Wie genau ein solcher Park aussehen könnte, hat das Bürgerforum gemeinsam mit Experten auf einer Veranstaltung im Haus Tabita diskutiert. Johannes Windt, Geschäftsführer eines Büros für Garten- und Landschaftsplanung in Glehn, zeigte Beispiele auf, wie Jahreszeiten anhand von Bäumen und Sträuchern erlebbar gemacht werden können. Jutta Profijt von der Ortsgruppe Korschenbroich des Bunds für Umwelt- und Naturschutz Deutschland ging darauf ein, dass Ausgleichsflächen für Bauvorhaben möglichst in der Nähe des Eingriffs geschaffen werden sollten. Bernhard Klein von den Vogelschutzfreunden kritisierte, dass immer mehr Flächen versiegelt würden und so Areale für Vögel wegfallen würden.

Die Stadt Korschenbroich sieht derzeit keinen Handlungsbedarf. "Wir würden dies als Verwaltung nicht befürworten", sagte Fachbereichsleiter Georg Onkelbach gestern. An der Stelle sei ein öffentlicher Grünstreifen vorgesehen, zudem existiere ein Bebauungsplan für den Kirmesplatz. Es gebe keine Intention, dies zu ändern - sofern die Politik es nicht beschließt.

Das Bürgerforum hat seine Ideen zusammengefasst und als Bürgerantrag weitergeleitet. Demnach müsste der Vorstoß vom Hauptausschuss behandelt werden.

(NGZ)