Korschenbroich: Von der Idee bis zum fertigen Bühnenspiel

Korschenbroich: Von der Idee bis zum fertigen Bühnenspiel

Beim Theater-Workshop im St. Andy probieren Kinder verschiedene Schauspielbereiche aus.

Für das Ratespiel im Sitzkreis hat Florian eine Blindenhündin zur Heldin erwählt. Die ist zwar nicht prominent, doch die kann eine ganze Menge und bietet zuverlässige Hilfe. "Ich weiß das aus Erfahrung, weil der Hund bei uns ein Jahr lang ausgebildet wurde, ehe er auf die Hundeakademie kam", sagt der Zehnjährige. Er ist der einzige Junge in der zwölfköpfigen Gruppe der Acht- bis Elfjährigen, die beim Theater-Workshop "Wir sind Helden" im Jugendheim von St. Andreas mitmachen. "Das Thema sollte eigentlich beide Geschlechter ansprechen, doch es sind vor allem Mädchen gekommen. Das ist hier ein gutes Team, das mit viel Phantasie bei der Sache ist", lobt Theaterpädagogin Catherin Reimann. Sie arbeitet mit den Kindern im Sitzkreis sowie in kleinen Gruppen. Spielerisch wird ein Bühnenspiel einbezogen.

Themen sind die klassischen Helden aus Märchen und Geschichten, die neuen Helden, wie sie etwa in Film und Fußball zu finden sind, und schließlich Situationen, in denen die Kinder sich selbst als Helden empfanden - eben als Helden des Alltags. Unter den prominenten Heldinnen favorisiert Lisa die Hermine Granger aus der Fantasy-Romanreihe "Harry Potter": Denn Hermine kämpft mit magischen Kräften gegen das Böse. "Ich finde schön, dass wir hier auch in kleinen Gruppen zusammenarbeiten. Das macht viel Spaß", begeistert sich die Achtjährige.

Die um zwei Jahre ältere Helena, die bereits in der Schule Theater gespielt hat, sieht das ebenso. "Ich finde sehr schön, dass wir uns hier erst beim Namenspiel kennenlernen konnten und nun wissen, wer hier in der Gruppe ist", sagt Helena. Wie die anderen auch, prüft sie, welche Elemente aus den gemeinsam erarbeiteten Bereichen für die abschließende Aufführung geeignet scheinen. Die Kinder entwickeln ebenso kleine Szenen in der Improvisation, um anschließend den Part auszuarbeiten. "Ich habe natürlich eine Idee mitgebracht, doch es kommen hier so viele Impulse dazu. So weiß ich nicht, was am Ende rauskommt", erzählt die Theaterpädagogin.

Das Ergebnis sehen Besucher der abschließenden Aufführung am Donnerstag, zu der Familie und Freunde herzlich willkommen sind. Um die Spannung zu wahren, mag Reimann nicht zu viel verraten. Sicher ist, dass ein verbindendes Element Raum schafft für die Szenen mit Helden von einst und heute.

(NGZ)