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Korschenbroich: Vierter König salutiert vor Krippe in Pesch

Korschenbroich : Vierter König salutiert vor Krippe in Pesch

In St. Marien haben die Bruderschaften die Heiligen Drei Könige um eine Schützenfigur ergänzt.

Maria, Josef, das Jesus-Kind und später die Heiligen Drei Könige — diese Figuren stehen in jeder Krippe, die die Geschichte von der Geburt Jesu erzählt. In St. Marien Pesch allerdings dürfte die Krippe neben dem Altar jetzt für irritierte Blicke sorgen: Neben den Heiligen Drei Königen salutiert auch ein Schütze vor Maria, Josef und dem kleinen Jesu-Kind. Das ist gute Tradition in Pesch, die jetzt im Rahmen eines großen Gottesdienstes mit über 150 Besuchern und den Bruderschaften aus Korschenbroich, Pesch und Herrenshoff gefeiert wurde.

Pfarrer Marc Zimmermann sprach dabei von einem "ganz besonderen Gottesdienst" — und nahm Kritikern, die die Geburtsgeschichte mit dem Aufstellen einer salutierenden Schützen-Figur als verfälscht ansehen, den Wind aus den Segeln: "In der Bibel gibt es zu den Heiligen Königen, die dem Neugeborenen Mürre, Weihrauch und Gold brachten, keine festen Zahlenangaben. Die Namen Kaspar, Melchior und Balthasar stammen aus einer Zeit nach Christi Geburt", sagte Zimmermann.

Außerdem habe es sich bei den Heiligen Drei Königen streng genommen gar nicht um Könige, sondern um Sterndeuter aus dem Orient, also Wissenschaftler, gehandelt. Die Krippe in St. Marien ist jetzt zum zwölften Mal um eine etwa 80 Zentimeter große Schützen-Figur in grüner Uniform erweitert worden. Geschnitzt wurde sie von Hermann-Josef Krohnen. Sie war bereits in sämtlichen Kirchen der Region zu sehen.

Aufgestellt wurde sie gemeinsam von den amtierenden Schützenkönigen und den Präsidenten der Sebastianer, der Katharina-Junggesellen, der Hubertus-Bruderschaft und der ausrichtenden Donatus-Bruderschaft, die in diesem Jahr aufgrund fehlender Bewerber für den Vogelschuss erstmals keinen König stellt. "Der ,vierte König' vor der Krippe legt stellvertretend für die Bruderschaften Verantwortung, Lebensfreude, christliche Brauchtumspflege und den Geist des Schützenwesens als Gabe in die Geburtsstätte", sagt Pfarrer Zimmermann.

"Diese Figur soll die Schützen gut durchs Jahr bringen."

(cka)