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Marienfigur gestohlen: Vandalismus auf dem Waldfriedhof Korschenbroich

Marienfigur gestohlen : Vandalismus auf dem Waldfriedhof Korschenbroich

Von der Grabstätte Eichhorn wurde eine hölzerne Marienfigur gestohlen. Vom Täter fehlt bisher jede Spur. Marlies Siegers fürchtet, das Grabdenkmal ihrer Eltern nie mehr wieder zu sehen. Auch andere Gräber sind betroffen.

Marlies Siegers ist fassungslos. Noch vor einer Woche war das Grab ihrer Eltern auf dem Waldfriedhof in bester Ordnung. Nun aber wurde die Marienstatue vom Sockel abmontiert und gestohlen. Knapp 20 Jahre lang hatte die Marienfigur dort gestanden. Geblieben sind nunmehr als Bild der Verwüstung Sockel, Rahmen und Nägel der Verankerung. Die Familie hat Anzeige erstattet, allerdings wenig Hoffnung, dass der Täter jemals ermittelt werden könnte. Am 14. Januar hatte Marlies Siegers beim Friedhofsbesuch noch ein vertrautes Bild vorgefunden. Am 21. Januar erfuhr sie durch den Anruf eines Friedhofbesuchers vom Diebstahl und war entsetzt. "Das ist furchtbar. Das verfolgt mich. Wie kann jemand so etwas tun? Wir sind traurig, dass nicht einmal die letzte Ruhestätte eines Menschen unangetastet bleibt", sagt Marlies Sieges noch zutiefst verstört über den respektlosen Raub. Sie hat kaum Hoffnung, die gestohlene Statue jemals wieder zu sehen. Ihr ist unbegreiflich, wie es dem Täter gelingen konnte, sein Diebesgut unbemerkt zu transportieren. "Die Figur ist so etwa 1,30 Meter hoch und muss bleischwer gewesen sein. Die Schleifspuren sind noch zu sehen", sagt die Korschenbroicherin. Ihr ist es nun ein Anliegen, andere zu warnen. "Man kann nicht mehr davon ausgehen, dass alles stehenbleibt", sagt sie immer noch unter Schock. Inzwischen haben Marlies und Dieter Siegers erfahren, dass auch andere Grabstätten betroffen sind. Namentlich bekannt ist ihnen die Grabstätte Altenberg.

So sah die Marienfigur auf der Grabstätte der Familie Eichhorn aus. Sie wurde von ihrem Sockel abmontiert und gestohlen. Foto: Siegers

Der dreiste Diebstahl auf dem Waldfriedhof ist längst kein Einzelfall. Nora Osmani, Gleichstellungsbeauftragte und Pressesprecherin der Stadt, bestätigt, dass auf dem Waldfriedhof in Korschenbroich und auf dem Friedhof Pesch kontinuierlich Kupferdächer gestohlen werden. "Eine Statistik für den Diebstahl von Grabschmuck gibt es nicht. Es gibt vor allem die Kupferdiebe, die Lampen und Kreuze stehlen, um diese zu verkaufen. Ein Beweggrund für Verwüstungen kann auch reiner Vandalismus sein", berichtet Diane Drawe, Pressesprecherin der Polizeidienststelle in Neuss.

Sie stellt allerdings fest, dass es zurzeit keine Berichte über ungewöhnliche Häufung von Diebstählen auf Friedhöfen gibt. Drawe berichtet von der Schwierigkeit, derartige Diebstähle zu verhindern, da Friedhöfe öffentlich zugänglich sind. Im Fall der Grabstätte Eichhorn sind die Ermittlungen schwierig, da sich der Zeitpunkt des Diebstahls nur unbestimmt eingrenzen lässt auf die Zeitspanne von sieben Tagen.

Hinweise auf den Täter gibt es nicht. Drawe empfiehlt jedem, der glaubt, etwas Verdächtiges zu beobachten, keine Scheu zu haben, die Polizei zu benachrichtigen. "Spätere Hinweise helfen oft nicht mehr so sehr. Dann weiß oft keiner mehr, wie zum Beispiel das Nummernschild eines verdächtigen Lieferwagens aussah", erklärt sie.

Der Diebstahl einer Holzfigur gilt als eher ungewöhnlich, da vor allem gut verkäufliches Kupfer begehrt ist. Auf dem Kleinenbroicher Friedhof wurden im vergangenen Sommer zwei kleine Marien-Bronzefiguren gestohlen.

(NGZ)