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Korschenbroich: Unterwegs im Namen der Kleinkunst

Korschenbroich : Unterwegs im Namen der Kleinkunst

Zum Jahreswechsel treibt es viele nach Hause, doch der Wahlberliner Tom van Hasselt ist beruflich gerade dann besonders stark eingespannt. "Dieses Jahr komme ich an den Tagen nicht nach Korschenbroich, da ich zu viel in Berlin zu tun habe und außerdem in Wiesbaden in einem Familienstück mitspiele", verrät der 33-Jährige eine gute Stunde vor Aufführungsbeginn des von ihm geschriebenen und komponierten Musicals "Mamma Machhiato". "Das Musical habe ich schon im Herbst produziert und schon einige Male gezeigt", sagt der Schauspieler und Kabarettist aus Korschenbroich. Er hat viel zu tun im Moment.

Doch trotz auswärtiger Termine müssen Eltern und Freunde nicht allzu lange auf ihn warten. Wenn Tom van Hasselt in Köln, Düsseldorf oder Neuss gastiert, dann kommt er auch nach Korschenbroich. Am 13. Januar ist er mit seinem aktuellen Solo-Kabarettprogramm "Im Anhang war das Word" im Neusser Theater am Schlachthof. Als selbst ernannter Topagent der Wortkommission versucht er dann, den Wortfall aufzuklären.

Van Hasselt, der am Korschenbroicher Gymnasium sein Abitur machte, hat bisher sieben Produktionen vom Solo- bis zum Bandprogramm kreiert. Wann der Wunsch reifte, auf der Bühne das Glück zu finden, weiß er nicht mehr. Als Schüler begeisterte er bei den Schulaufführungen des Gymnasiums in den Hauptrollen der Musicals "Der kleine Horrorladen" und "Anatevka". Die Lust am Spiel mit Worten und Tönen trieb ihn an, Eigenes zu schaffen: "Ich habe komponiert, Geschichten ausgedacht, und irgendwie war dann die Komik der Zugang zur Kleinkunst", erklärt der Künstler mit dem Faible für "Ein-Mann-Geschichten". Anfangs "drehten sich diese immer um das Klavier".

Den ersten abendfüllenden Auftritt aus eigener Feder bestritt van Hasselt 1997 im Liedberger Sand-bauernhof. "Damals war das noch mit einer Band. Doch das meiste war schon Solo am Klavier", erinnert er sich. Studiert hat er dann Musik und Philosophie auf Lehramt in Berlin und Köln. "Doch ich übe den Beruf nicht aus", sagt der Vater eines siebenjährigen Sohnes. Van Hasselt kann sich die Freiheit leisten, da er als Schriftsteller, Ton-etzer, Schauspieler und Klavier-Kabarettist gut ausgebucht ist. Irgendwann flackerten die künstlerischen Erfahrungen der Schulzeit wieder auf, so dass er vom Solo-Kabarett zum Solo-Musical fand. Daher ist er überzeugt, dass sich im aktuellen Programm der Kreis zu seinen Anfängen schließt.

Termin: 13. Januar, 18.30 Uhr, Theater am Schlachthof, Blücherstraße 31, Neuss.

(anw)